Mode: Nadja Swarowski : Glitzerstein auf Glitzerstein

Ein Name, der glänzt: Nadja Swarovski wirft Kristalle in die Modewelt. Mit strahlendem Lächeln und viel Show.

Julia Müller
Steinreich. Marina Hoermanseder ließ es ordentlich blitzen.
Steinreich. Marina Hoermanseder ließ es ordentlich blitzen.Foto: promo

Wenn Nadja Swarovski den Raum betritt, hat man das Gefühl, eine US-amerikanische Schauspielerin trete auf. Ihre Haare sind blond, ihr Teint ist gebräunt, die goldene Kette, die sie trägt, ist natürlich von - Swarovski. Ein joviales „Hi!“ hier, ein „Have you met …?“ da, immer ein strahlendes Lächeln auf den Lippen. Sie spricht mit einem leichten österreichischen Akzent, der hinter dem englischen hervorblitzt. Wenn sie spricht, wechselt sie zwischen Deutsch und Englisch: „Es ist, wie sagt man auf Deutsch, very intimidating.“ Sie erzählt von ihrer Kindheit. Ihr Vater, zuständig für die Technik und die Produktion bei Swarovski, brachte jeden Abend Kartons voll mit Prototypen von Kristallen nach Hause. „So hat es geglitzert“, sagt Swarovski.

Schon damals begeisterte sie das Glitzern, die vielfarbigen Lichtreflektion der Kristalle. Das sei das Aufregende an den Steinen, dass ein Kristall nichts anderes ist als eine Linse, die das Licht auffängt, bricht und zurückstrahlt. „Es gibt 350.000 Varianten des Kristalls: hell, dunkel, klein, groß, glatt”, sagt sie stolz.

Ihrer Meinung nach haben viele Designer Angst davor, mit Kristall zu arbeiten, weil die Steine zu dominant seien. Dawid Tomaszewski zeigte während der jüngsten Fashion Week in Berlin ein mit Swarovski-Kristallen übersätes Kleid, auf dessen Oberteil dicht und nach unten immer vereinzelter rote, grüne, weiße, blaue Steine glitzerten. Man konnte daran sehen, wie diese Art von Ornament sich klug in einen Entwurf integrieren lässt.

Tomaszewski war zusammen mit René Storck, Michael Sontag, Augustin Teboul, Marina Hoermanseder und Galvan von der Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp und Nadja Swarovski ausgewählt worden, eine Kollektion aus Swarovski-Kristallen zu gestalten. Die Designer hatten dazu einen Workshop in der Swarovski-Zentrale im österreichischen Wattens besucht.

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René Storck entwarf einen hellbraunen Mantel aus Schurwolle mit weiten Ärmeln. Wie riesige schwarze Knöpfe sind zwei Swarovski-Kristalle daran befestigt. Das Berliner Duo Augustin Teboul besetzte eine schwarze Lederjacke mit Kristall-Applikationen. Sollte die Angst vor den Kristallen jemals vorhanden gewesen sein, die sechs Berliner Designer haben sie ganz offensichtlich überwunden.

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