Mode schauen - Veronika Heilbrunner : "Ich verlasse mich dabei auf mein Gefühl"

Veronika Heilbrunner ist Designerin, Stylistin und Bloggerin bei „hey woman!“ So sieht ein typischer Tag für sie auf der Fashion Week aus.

Ann-Kathrin Riedel
Veronika Heilbrunner
Veronika Heilbrunner ist Designerin, Stylistin und Bloggerin bei „hey woman!“Foto: promo

Eine Fashion Week bedeutet wahnsinnig viele Informationen. Ich strebe erst gar nicht an, mir einen kompletten Überblick zu verschaffen. Das überfordert mich und ich merke, dass ich nichts mehr aufnehmen kann. Deswegen ist bei mir die Vorbereitung die halbe Miete: Ich wähle genau aus, was ich sehen möchte. Oft habe ich dann nur zwei bis drei Schauen pro Tag. Das heißt aber nicht, dass ich in der Zeit dazwischen frei habe. Ich lege mir Re-Sees in diese Lücken. Das sind Termine, bei denen ich mir Kollektionen noch einmal aus der Nähe anschaue. Und natürlich habe ich Meetings und Veranstaltungen, zu denen ich erscheinen muss. Social Media ist ein zusätzlicher Stress. Man kann nicht alles auf sich wirken lassen, sondern muss möglichst schon in dem Moment, wenn man etwas sieht, auswählen und urteilen.

Ich verlasse mich dabei auf mein Gefühl, dadurch wird das Ganze natürlich sehr persönlich. Heutzutage gibt es so viele Informationen, dass eine Auswahl wichtiger ist denn je. Und die Leser „folgen“ Menschen wie mir, weil sie eben genau meiner Auswahl vertrauen. Nach jeder Modewoche gibt es auf „hey woman!“ einen Rückblick, den ich im Flugzeug schreibe, wenn ich unterwegs bin zur nächsten Fashion Week. Während einer Modewoche bin ich immer mit zwei Akkus unterwegs, mein Handy ist oft um 10 Uhr morgens wieder leer, weil ich es ununterbrochen benutze. Snapchat und Instagram-Videos machen mir inzwischen mehr Spaß als Instagram.
Dort braucht man für ein Bild ewig wegen der Bearbeitung, damit alles perfekt ist. Das fällt bei Videos weg. Aber man muss vorsichtig mit ihnen sein, sie werden schnell belanglos. In jedem Fall macht beides sehr unsozial. Manchmal zwinge ich mich, kein Foto oder Video zu machen, weil ich mit den Leuten um mich herum sprechen will. Oder ich warte bei einer Schau bis zum Finale, bevor ich mein Handy heraushole. Eigentlich sind die Schauen auch nicht dazu gedacht, dass wir sie nur durch Kameras angucken.

- Veronika Heilbrunner, Designerin, Stylistin und Bloggerin bei „hey woman!“

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