Modenachwuchs : Fahrradschläuche zu Kleidern

Wer aus Fahrradschläuchen Kleider näht, hat ganz schön was zu tragen.

Lisa Kober

Studentische Abschlussarbeiten sind oft ziemlich abgedreht. Bei dem Kleid aus Fahrradschläuchen des Modestudenten Sascha Johrden ist es ähnlich, richtig gut tragen kann man das sechs Kilo schwere Kleid aus schwarzem Gummi nicht. Dafür ist die Geschichte dahinter leicht zu verstehen und alles andere als abgedreht.
Die verarbeiteten Schläuche stammen aus der Insolvenzmasse eines Fahrradgroßhandels und sind Teil eines Modeprojektes der Grünen, dem „Green Passion Day“. Am 15. November lädt das Abgeordnetenhaus zu einer Modenschau ein. Präsentiert werden Entwürfe der Studenten des Lette-Vereins zum Thema Nachhaltigkeit. „Wichtig war uns vor allem, dass unsere Studenten für sich selbst herausfinden, was ihnen Nachhaltigkeit in ihrem zukünftigen Job als Modedesigner bedeutet“, sagt Martina Vogt, Abteilungsleiterin des Bereichs Modedesign. „Dabei wurden zertifizierte Stoffe verwendet, es wurde nach dem Upcycling-Prinzip gearbeitet wie bei dem Schlauchkleid und es wurden Stücke entworfen, die ein zeitloses Design haben, um so gegen den Konsumwahnsinn und die aktuelle Wegwerfmentalität zu protestieren.“
Claudia Hämmerling von den Grünen hat den „Green Passion Day“ initiiert: Durch den von ihr erreichten Fraktionsbeschluss gab es einen Finanzzuschuss von 10 000 Euro. Für das Projekt haben die Studenten interdisziplinär gearbeitet. Die Grafikdesignstudenten gestalteten den Flyer und die Schüler des Zweiges Ernährungs- und Versorgungsmanagement sorgen für ein ökologisch korrektes Catering. Tagsüber werden Themen wie Ökotrends in der Mode und nachhaltiges Leben in der Großstadt besprochen, abends folgt dann die Modenschau. Dort kann man auch das Kleid aus Fahrradschläuchen bewundern und herausfinden, wie abgedreht diese Idee wirklich ist.

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