Musikband St George auf der Fashion Week : Singende Drachentöter

Die Dresdner Electro-Pop-Band St George tritt bei der StyleNite von Designer Michael Michalsky auf und hofft auf den Durchbruch. Ein Porträt.

Annika Schultz, Romano Ussat
Foto: Instagram

Lässig steht er an der Bar, trinkt einen letzten Schluck, dann stellt sich Georg Randel vors Mikrofon und fängt an, zu singen. In der hellen Mittagssonne über den Dächern Berlins hat sich eine kleine Gruppe von Designern und Models versammelt, um die Dresdner Musikband St George spielen zu hören.

Wenn Leute ihn fragen, was die Band für Musik mache, antwortet Sänger Randel immer: Elektro-Pop. "Weil das am einfachsten zu verstehen ist", sagt er dem Tagesspiegel. "Wir vereinen Synthie-Pop der Achtziger mit Indie-Elektro der Neuzeit." Am Freitagabend tritt die Gruppe bei der StyleNite des Designers Michael Michalsky auf, der im "House of Weekend" das zehnjährige Bestehen seines Labels feiert.

Michalsky ist bekannt für seine Vorliebe für die Musik der Achtziger und stellte schon in der Vergangenheit ein Sprungbrett für heute bekannte Bands und Sänger da: So sorgte er etwa für den ersten Live-Auftritt von Lady Gaga außerhalb der USA. Für die Band St George ist der Auftritt eine Chance, noch bekannter zu werden.

Neben Randel besteht St George noch aus Schlagzeuger Martin Brömsel und Keyboarder Volker Pöckel. Die Band hat sich nach dem Heiligen Georg, dem Drachentöter, benannt, was ein Sinnbild für den Kampf gegen die eigenen Ängste, die inneren Drachen, darstellen soll. Die Musik der Band soll sehr kraftvoll sein, Mut machen und möglichst auch mitreißen, sagt Randel. "Die Botschaft, die dahinter steht, ist: Sei gerne du selbst und mach was aus dir."

Eurythmics, Prince und Bowie als Vorbilder

Vorbilder der Band sind zum Beispiel Annie Lenox von den Eurythmics, Prince oder David Bowie. "Künstler, die selber sehr extrovertiert in ihrem Outfit und Auftreten auf der Bühne waren, sind unsere Inspiration", erklärt Randel.

Aus den Musikvideos der Band kennt man Randel bemalt mit schwarzen Symbolen im Gesicht. Beim Auftritt am Mittwochabend verzichtete der 28-jährige Dresdner auf die Kriegsbemalung. Auf der Dachterrasse eines Hotels an der Rosenthaler Straße stellten sie im Rahmen der Fashion Week ihre neue Single "Runner" vor und spielten noch vier weitere Songs von ihrem neuen Album "Control". Die Band schreibt und produziert ihre Songs selbst.

Der Höhepunkt findet dann am Freitag bei Michalskys Abschluss-Show statt. Sänger Randel hofft darauf, dass seine Band mit dem Auftritt der musikalische Durchbruch gelingt: "Aber nur im Stillen, im ganz hintersten Kämmerchen."

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