Mode : RENA LANGE: WALK ON THE WILD SIDE

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Von München nach New York. Foto: Promo
Von München nach New York. Foto: Promo

Das Münchener Modehaus Rena Lange nahm sein Publikum am Donnerstag mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Vom Start der Show weg prägten perfekt kombinierte Outfits mit breitkrempigen Hüten und A-Linien-Mänteln über schmalen Röcken, Hosen und Oberteilen den Grundton der Kollektion. Chefdesigner Julian Neale hatte sich diesmal von der New Yorker Bohème der 70er Jahre, von The Velvet Underground und Nico, inspirieren lassen. Nicht unbedingt das, was man spontan mit Rena Lange assoziieren würde, aber in seiner Geschichtlichkeit durchaus ein passendes Thema für ein Modehaus, das bekannt dafür ist, auch viel mit der eigenen Tradition zu arbeiten. Dieser Hang zur Historie durchzieht die neue Kollektion. Neben Schwarz und Weiß – den Hausfarben von Rena Lange, die natürlich auch in dieser Kollektion nicht fehlen durften – füllten zeittypische Farbtöne wie Fuchsia, Braun und Dunkelblau das Kollektionsthema mit Leben.

Neben den historischen Anspielungen steht die geradezu opulente Vielfalt offensichtlich edler Materialien im Vordergrund. Für die ist das Modehaus ebenfalls berühmt. Einen großen Teil seiner Stoffe lässt es eigens für jede neue Kollektion fertigen. Da liegt natürlich schon die Versuchung nahe, diesen Trumpf auf fast überdeutliche Weise auszuspielen. Auf den ersten Blick stehen bei vielen Teilen Materialwirkungen und handwerkliche Raffinesse im Vordergrund, etwa bei einem braunen Mantel mit aufgesetzten tiefblauen Taschen und passendem Revers. Erst auf den zweiten fügen sich die einzelnen Elemente zu einem überzeugenden Gesamtbild. Auf das 70er-Jahre-Thema lässt sich die Kollektion allerdings nicht festlegen. Das wäre für eine international ausgerichtete Marke, die viele unterschiedliche Geschmäcker zu befriedigen hat, auch zu riskant.

Und so gibt es dann Outfits und Kleider, die einfach für sich stehen: klassisch-moderne bürotaugliche Kombinationen etwa, ein Kleid mit einem hübschen blau-roten Punktdessin oder eine fulminante, mit Pailletten bestickte Abendrobe, die den dunkel schimmernden Höhepunkt der Kollektion markiert. Jan Schröder

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