Rund um die Fashion Week : Zwei Besuche im Berliner Nachtleben

Was passiert in Berlin während der Fashion Week eigentlich abseits der Modeschauen? Wir haben uns an zwei Hotspots der Stadt umgesehen.

Sarah Thürsam, Julia Balandynowicz

Grill Royal

Es ist Fashion Week und das Restaurant Grill Royal in der Friedrichstraße ist brechend voll. Und seine Besucher sind bestens gekleidet: Die meisten Männer tragen schwarze Sakkos kombiniert mit lässigem Shirt und sportlichen Schuhen. Die Outfits der Damen hingegen sind unterschiedlich. Viele tragen Kleider, doch auch Skinni-Jeans mit funkelnden High Heels sind zu beobachten.

Je später er wird, desto voller wird das Lokal. Die meisten an der Bar warten auf einen freien Tisch um wenigstens noch einen kleinen Mitternachtssnack zu genießen. Jeder der Tische ist besetzt. Es sieht auch nicht so aus, als würden die Gäste in den nächsten 60 Minuten gehen wollen.

Wohin auch? Es ist doch erst 23.30 Uhr. Im Asphalt Club, in dem heute die Modelnacht stattfindet, braucht man sich um diese Uhrzeit noch nicht sehen lassen. Die Temperatur im Restaurant beträgt gefühlte 30 Grad. Wer Glück hat, dem wird von der Platzanweiserin ein Tisch draußen zugewiesen mit Blick auf die Spree.

Trotz der vornehmen Atmosphäre ist die Stimmung lässig und entspannt. Es ist ziemlich Laut, von allen Seiten sind Gespräche zu hören, viele in Italienisch und Englisch. Erst nach Mitternacht leert sich das Grill Royal ein wenig - die ersten brechen zum Tanzen auf.

Odessa Bar

Kein Stadtteil ist momentan überlaufener als Berlin-Mitte. An sich schon hip und angesagt platzt die Mitte unserer Hauptstadt aus allen Nähten. Man trifft sich gerne auf der Torstrasse. Vor allem die Neue Odessa Bar platzt abends aus allen Nähten. Mittwochabend gegen 23 Uhr, die Location ist sehr voll. Die sommerlichen Temperaturen erlauben es, draußen zu sitzen. Hier feiert das Volk - junge Frauen mit hohem Dutt, hochgeschnittenen Jeansshorts und Oversize-Blazern dominieren das Bild. Skaterboys und Indiejungs in Skinnyjeans nippen an ihrem Bier.

Das eine oder andere Model steht in Straßenklamotten gelangweilt an die Wand gelehnt. Manche Besucher scheinen direkt vom Zelt am Brandenburger Tor gekommen zu sein, da sie noch die Goodiebags von den Fashionshows mit sich tragen. Der hauptsächliche Style: viel Streetwear mit viel Vintage. Wer etwas Schickes erwartet oder Promis sichten möchte, ist hier falsch.

Die Menschen an der Bar drängeln sich. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis man endlich bestellen kann. Aber die Stimmung ist ziemlich ausgelassen. Die eine oder andere verlorene Seele tanzt zu Hip-Hop-Elektro Beats. Der Rest steht in Kleingruppen zusammen und unterhält sich angeregt.

 


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