Stardesigner : Catwalk bei Joop

Berlin wird als Einkaufsziel für Promis beliebter. Nun lud der Stardesigner in seine Boutique.

Elisabeth Binder
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Lass dich drücken. Wolfgang Joop strahlt mit Mutter Charlotte im Arm. Foto: ddp

Wolfgang Joops Wunderkind-Boutique am Gendarmenmarkt ist am Donnerstagabend rappelvoll. Der Regierende Bürgermeister ist da, Tochter Jette Joop, die Chefredakteurin der Zeitschriften „Bunte“ und „In Style“, Patricia Riekel, Schauspielerin Katja Riemann und viele andere Mode-Begeisterte. Zum ersten Mal beteiligt sich der Designer, der seine neuen Kollektionen in Paris über den Laufsteg schickt, mit einer eigenen Veranstaltung an der Fashion Week. Dass er seinen Gästen in der eigenen Boutique einen Ausblick auf die Herbst-Winterkollektion gönnt, hat hohen Symbolwert. Berlin wird als Einkaufsziel für Meinungsführer immer spannender. Die Besucher der Fashion Week gehen ja zwischendurch auch shoppen. „Das schafft alles Arbeitsplätze“, sagt Klaus Wowereit zufrieden. „Und das beschränkt sich nicht nur auf die Fashion Week.“

Gleich gegenüber der Wunderkind-Boutique steht Josef Voelk vor seinem Luxus-Laden „The Corner“. Er feiert mit einer Ausstellung die Fashion Week. Berühmte Schuhdesigner haben rote Schuhe mit Swarovski-Kristallen gestaltet. Aber das war nicht das Beste. „Suzy Menkes war bei mir im Laden“, erzählt er stolz vom Besuch der berühmten Modekritikerin der International Herald Tribune. Dabei schauten bei „The Corner“ auch Karl Lagerfeld, Charlotte Casiraghi und andere Heroen der internationalen Society schon vorbei.

„Ist alles so schön fußläufig hier“, schwärmt Wowereit, der von Joop aufbricht zu Sisi Wasabi. Deren Kollektionen kann man in Berlin mangels eines eigenen Geschäfts zwar am besten online kaufen, aber sie zeigt sie im nahegelegen Hotel de Rome. Patricia Riekel zieht es hingegen in die Friedrichstraße, wo neben dem großen Escada-Geschäft und gegenüber vom Quartier 206 ein Geschäft des Schweizer Edeljuweliers Bucherer mit reichlich Champagner eröffnet wird.

„Ich kaufe in Berlin inzwischen lieber ein als in München“, sagt die einflussreiche Chefredakteurin, die auch eine Instanz in Sachen Stil ist. „Ihr habt so viele schöne kleine unabhängige Labels hier“, fügt sie hinzu und gesteht: „Wenn ich in Berlin einen Termin habe und vom Flughafen komme, gehe ich vorher jedes mal durchs Quartier 206 und kaufe etwas.“ Auch die Chefredakteurin der Cosmopolitan, Petra Winter, die Einfluss hat auf den Geschmack vieler jüngerer Frauen, kauft in Berlin gern ein. Berlin sei eben besonders bekannt für die innovative Kunst- und Kulturszene und Kreativität in Mode und Design, sagt Juwelier Jörg Bucherer. Mit seinen Luxusprodukten orientiert sich auch der Schweizer an einem internationalen Publikum, das in dieser Gegend der Stadt gerne Geld ausgibt.

Zurück am Gendarmenmarkt gesteht Wolfgang Joop, warum es ihm so viel bedeutet, seine Sachen in einem eigenen Geschäft zu präsentieren. Wenn sie im Quartier 206 neben Armani & Co hängen, sieht er die Gefahr, dass „der Spirit verloren geht“. In der eigenen Boutique hingegen korrespondierten die Stücke miteinander. Es ist ihm wichtig, dass sie „von den richtigen Frauen gefunden werden“. Gut, dass die Zahl der Stil-Bildnerinnen, die in Berlin ein Shopping-Mekka sehen, in den vergangenen Tagen noch mal größer geworden ist. Elisabeth Binder

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