Mode : Über München nach Paris

Die Schauen sind vorbei, der Stress geht weiter

Alexa Von Heyden
Frida Weyer zeigt Mode im Hotel Regent. Danach fährt sie in den Urlaub. Foto: dpa
Frida Weyer zeigt Mode im Hotel Regent. Danach fährt sie in den Urlaub. Foto: dpaFoto: dpa

Was machen die Designer eigentlich nach der Fashion Week? Wer glaubt, ein Modeschöpfer trinke nur Champagner und sortiere Perlmuttknöpfe, der irrt. Nach den Shows im Zelt am Bebelplatz bleiben den Designern nur wenige Minuten, um den Backstagebereich zu räumen, denn der Nächste steht mit seinen Kleidersäcken schon vor der Tür. Und auch in den Ateliers wird gleich mit Hochdruck weitergearbeitet.

Bei Kaviar Gauche konzentriert man sich nach der Präsentation der Herbst-/Winterkollektion zunächst auf die Kooperation mit dem Schuhhaus Görtz, die seit gut einem Jahr besteht. Sämtliche Modelle werden von den Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler persönlich abgenommen, kleine Details gegebenenfalls korrigiert. Für den Sommer kann man sich auf Riemchen-Sandaletten, hellblaue Wildlederpumps und Ballerinas freuen. Des Weiteren schneidert das Duo noch an Musterteilen, die pünktlich zu den kommenden Messen fertig sein müssen. Ein früher Feierabend ist damit lange nicht in Sicht: Kaum ein anderes Label produziert ein derart aufwendiges Lookbook wie Kaviar Gauche. „Dafür werden wieder Models gecastet, Fotografen ausgesucht und die besten Looks der neuen Saison zusammengestellt“, erklärt Johanna Kühl.

Die „Lala Berlin“-Chefin Leyla Piedayesh freut sich erst einmal auf ihre Tochter Lou, die während der Show am Mittwoch strahlend ganz vorne am Laufsteg saß, als ihre Mutter mit tosendem Applaus beklatscht wurde. Auf eine kurze Verschnaufpause folgt ein Interview-Marathon für die Designerin, die gleichzeitig entscheiden muss, welche Stücke aus der neuen Kollektion zu „Keylooks“, also besonders hervorgehoben, werden. Diese werden dann in den nächsten Wochen sowohl auf den Messen in Düsseldorf und München, als auch bei den wichtigsten Musterschauen in Japan, den USA und Skandinavien präsentiert.

In Piedayeshs Terminplaner steht außerdem die Kooperation mit dem Kinderartikelhersteller Cybex. „Es wird einen coolen Kinderwagen geben“, verrät sie. Und was im Juli 2011 passieren wird, steht auch schon fest: Nach einer Schuhkollektion mit der Firma Unützer präsentiert Lala Berlin die Ergebnisse einer Kooperation mit dem Strumpffabrikanten Kunert. Im Vorfeld müssen Muster, Verpackungen und Konzepte geplant werden.

Auch das Jahr von Lena Hoschek ist schon komplett verplant. Nach den üblichen Interview- und Messeterminen wird die Österreicherin auch bei der wichtigen Stoffmesse Première Vision in Paris nicht fehlen, um sich auf die Suche nach neuen Materialien für die Frühjahrs-/Sommerkollektion 2012 zu begeben. Außerdem wird sie ihren Shop in Wien vergrößern, einen Onlineshop launchen und ihre erste Kinderkollektion fertigstellen, die dann auch in Lena Hoscheks Laden in der Weinmeisterstraße erhältlich sein wird.

Frida Weyer versucht hingegen, ihre Kraftreserven wieder aufzufüllen. „Nach der Show wird erst einmal mit dem Team gefeiert und durchgeatmet“, sagt die Absolventin der Berliner Esmod, die vor allem mit opulenten Abend- und Hochzeitskleidern für Furore sorgt. „So eine Show ist wirklich ein Kraftakt, danach fahre ich ans Meer mit Freund, Hund und Familie.“ So sucht sucht Frida Weyer einwenig Entspannung, bevor es dann direkt weiter nach Paris geht. „Und dann heißt es auch schon wieder: Nach der Show ist vor der Show.“

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