Wladas Fashion-Week-Diät : Schickes Schnittchen

Unsere Autorin Wlada Kolosowa hat sich für die Modewoche viel vorgenommen - sie will nur essen, was sie nichts kostet. Wir wünschen guten Hunger!

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Wlada isst ein Eis.
Zuckerschlecken. Wlada Kolosowa isst nur, was nichts kostet.Foto: Antje Kröger

Fashion Week ist Gratis-Week! So zumindest das Vorurteil, das der Berliner Modewoche anhaftet. Viel mehr als die Klamotten, die die Models tragen, interessiere es die Modeleute, welche Schnittchen die Kellnerin auf dem Tablett trägt. Und der spannendste Raum bei einem Modeevent ist die Garderobe, an der man zum Abschied ein Goodiebag bekommt. Fashion Week, sagen die bösen Zungen, ist für die Mode-Paradiesvögel so wie der Sommer für die Bären: Man sammelt und futtert um die Monaten zu überbrücken, in denen man nur von Selfies lebt.

Das ist natürlich böse. Aber ein Funken Wahrheit ist dabei: Viele Modemarken betreiben gewaltigen Aufwand um kostenlose Partys, Freigetränke, Gratis-Snacks und Geschenktüten. Wer es drauf anlegt, kann einiges abstauben, angefangen von Müsliriegeln und Waschmittelproben bishin zu Parfüms und Fünfgängemenüs.

Im Januar 2014 war ich gerade auf dem Weg zu einer Schau, als mich ein Touristenpaar vor dem Brandenburger Tor aufhielt. Sie zeigten auf das Modezelt und fragten verwundert: „Warum steht denn so viel Security vor diesem weißen Einkaufscenter?“ Keine unberechtigte Frage. Schließlich sieht man ständig Menschen, die vollbeladen mit logoverzierten Goodiebags herausspazieren.

Ich will ausprobieren, ob die Fashionweek wirklich so ein Gratiseldorado ist. Deswegen mache ich die Fashion-Week-Diät. Die Regel: Während der Modewoche werde ich nichts essen und trinken, was nicht umsonst ist. Als Journalistin, die über Mode schreibt, bin ich zu einigen Veranstaltungen eingeladen, aber ich bin kein wichtiger Mensch, um den PR-Leute und Damen mit den Silbertabletts kreisen, wie Planeten um die Sonne. Ich fahre BVG statt Taxi, und renne oft zu den Veranstaltungen. Mal sehen, ob die Schnittchen und Ummeschampus mich auf den Beinen halten können.

- Und wie geht es weiter? So: Teil 2 von Wladas Experiment ist hier nachzulesen

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