Young Designers Award : Ein Kleid für alle Fälle

Die Gewinner des „Young Designer Awards“ zeigen auf der Premium – auch das Label Liebig ist dabei.

Alexa von Heyden
Tag und Nacht. Das Liebigkleid kann rund um die Uhr getragen werden.
Tag und Nacht. Das Liebigkleid kann rund um die Uhr getragen werden.Foto: promo

„Eine Herzensangelegenheit“ – so nennt Anita Tillmann den Nachwuchspreis „Young Designers Award“ (YDA), den die Geschäftsführung der Modemesse Premium Exhibitions zwei Mal im Jahr an drei neue Talente verleiht. Am Montag wurde im Modeshop F95 an der Frankfurter Allee neben der deutsch-italienischen Herrenmarke Sleep is Commercial und der australischen Schmuckfirma Maripossa das Berliner Label Liebig prämiert. Eine unprätentiöse Veranstaltung: Die Gewinner bekamen einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt, ein paar Fotos, fertig. Trotzdem glühten die Wangen der Liebig-Macherinnen Sandra Liermann und Olivia Pflugfelder vor Aufregung.

Der Preis im Wert von 20 000 Euro ist ein Sprungbrett direkt ins Geschäft: Den Siegern steht auf der Premium-Messe ein Stand zur Verfügung, auf dem sie ihre Entwürfe präsentieren können. Eine große Chance, aber auch eine Feuerprobe. Die auf hochwertige Mode, Jeans und Accessoires spezialisierte Fachausstellung wurde 2003 von Anita Tillmann und ihrem Geschäftspartner Norbert Tillmann gegründet. Diese Woche werden in dem ehemaligen Postgüterbahnhof „Station“ am Gleisdreieck 50 000 Besucher erwartet. Wegen der Nachfrage wurde die Ausstellungsfläche um 3000 Quadratmeter erweitert, so dass 1000 Kollektionen Platz finden.

Angesichts von so viel Konkurrenz hilft es, dass die Premium die YDA-Finalisten in Sachen PR und Kommunikation unterstützt, wie Anita Tillmann verspricht. Sie selbst ist Liebig-Fan. Am Tag der Preisverleihung trägt die Messe-Chefin ein camelfarbenes Flanell-Hängerchen aus der neuen Herbst-Kollektion. „Toll, oder?“, fragt sie und streicht über die angeraute Schurwolle. Alles begann vor zwei Jahren mit neun nach wie vor erhältlichen Seidenkleidern in Farben wie Nougat, Korallenrot oder Elfenbein, die Designerin Sandra Liermann als „nicht modisch“ beschreibt. Die Berlinerin arbeitet nebenbei als Model und Redakteurin und empfindet den ständigen Trend-Wechsel als atemlos. Mit schlichten Schnitten und dezenten Details wie Rüschenkragen, aufgesetzten Taschen oder Flügelärmeln treffen ihre Entwürfe den Nerv der Zeit: Nach der Finanzkrise investieren die Leute jetzt in Lieblingsteile statt in kurzlebige Must-Haves. Einen besonderen Anlass braucht ein Liebig-Kleid nicht. Jeder Anlass passt. Immerhin würde Berlin nicht nur kosmopolitischer, sondern auch schicker, so Liermann. Das war nicht immer so. „Wenn ich früher in einem Kleid ausging, wurde ich gefragt, ob ich vorher mit meinen Eltern in der Oper war.“

Dass man in Liebig stets wie aus dem Ei gepellt aussieht, liegt an der eigens für das Label gewebten Seide, die acht Prozent Elasthan enthält. Das Material schimmert edel, ist dank der Kunstfaser aber weniger knitteranfällig. Selbst nach einem Bürotag kann man darin gleich zu einer Party schweben. Ein Kleid kostet, egal ob Seide oder Wolle, etwa 400 Euro. Für den Sommer bietet Liebig, übrigens der Mädchenname von Liermanns Großmutter, eine Cruise-Kollektion an. Die fünf asiatisch angehauchten Modelle aus Seidenkrepp sind nicht nur schön luftig, sondern auch ein bisschen günstiger.

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