Welt : MODEVORBILDER

Michelle Obama wird, wie einst Jackie Kennedy, ihren ganz eigenen Stil entwickeln. Aber der wird sich von dem aller Vorgängerinnen deutlich unterscheiden. Davon ist Modedesignerin Anna von Griesheim fest überzeugt. Wie viele andere hat sie in der Wahlnacht mitgefiebert und hat sich auch gefragt, was Michelle Obama zu dem schwarz-roten Kleid bewogen hat. „Es sollte ein Signal sein“, vermutet sie. Einerseits stand das Schwarz wahrscheinlich für die Trauer um den Tod der Großmutter, andererseits unterstrich das Rot Freude und Hingabe an diesen ganz besonderen Moment.

Michelle Obama könnte freilich auch mal in eine naheliegende Psychofalle tappen. Wenn es wirklich drauf ankommt, entscheiden sich Frauen gern für ein neues Kleid. Der Effekt kann ein vorübergehender Abstrich an Authentizität sein, weil man sich unter Umständen für ein Stück entschieden hat, dass mehr verkleidet als kleidet, und in dem man sich selber nicht ganz wohl fühlt.

Die Bilder von Wahlkampfauftritten legen nahe, dass Michelle Obama normalerweise einen entspannten urbanen Stil pflegt, der ebenso cool wie schick wirkt. Sie kauft ihre Kleidung nicht nur bei jungen amerikanischen Designern, sondern auch in Boutiquenketten wie „White House Black Market“. Da gibt es fantasievolle schwarzweiße Kombinationen, die auch für normale Menschen bezahlbar sind. Sobald sich Michelle Obama in ihre neue Rolle eingefunden hat, wird sie zu einer Stilikone, daran führt fast kein Weg vorbei. Wer immer sie dann in Modefragen berät, die Macht der kleinen Töchter wird nicht zu unterschätzen sein. Elisabeth Binder

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