Modewoche : São Paulo will gegen Magersucht kämpfen

Nach dem Tod des magersüchtigen Models Ana Carolina Reston hat die Modewoche von São Paulo eine Kampagne gegen Essstörungen angekündigt. Unterdessen fordert auch eine italienische Ministerin einen Ethik-Code im Mode-Business.

São Paulo/Rom - Magersucht und Ess-Brech-Sucht seien keine "exklusiven Probleme von Models", sondern moderne Krankheiten, die jeden treffen könnten: "Darauf wollen wir die Aufmerksam lenken", erklärte Fashion-Week-Koordinator Paulo Borges. In 25 Jahren im Modegeschäft habe er nie einen derartigen Fall wie den von Ana Carolina gesehen, sagte Borges. Die 18-Jährige war vor zwei Wochen an den Folgen ihrer Magersucht gestorben. Die Brasilianerin, die bereits seit ihrem 13. Lebensjahr modelte, wog zuletzt nur noch 40 Kilogramm bei einer Größe von 1,74 Metern und ernährte sich nur noch von Tomaten und Äpfeln.

Die Aufklärungskampagne soll mit entsprechenden Informationen auf der Internetseite der größten Modewoche Lateinamerikas beginnen. Model-Agenturen und Stylisten, die sich nach Ana Carolinas Tod zusammengetan hatten, diskutieren derzeit über die Details. Unter anderem sollen bei der nächsten Fashion Week im Januar nur Models auf den Laufsteg dürfen, die zuvor einen medizinischen Test bestanden haben. "Die Idee ist super. Das wird den jungen Mädchen eine Orientierung geben, die vom Model-Beruf träumen", sagte Denise Cespedes von der Agentur Ford der Zeitung "Estado de São Paulo". Ford Brasilien schloss bereits ein Abkommen mit der Universität der Stadt, die Gesundheit seiner Mannequins regelmäßig zu untersuchen.

Italienische Ministerin fordert Ethik-Code

Die italienische Jugendministerin Giovanna Melandri forderte einen Ethik-Code für die Modewelt. Sie habe Designer, Modehäuser und alle Verantwortlichen in dem Geschäft dazu aufgefordert, Druck auf die Regierung zu machen, um Regeln zur Selbstregulierung aufzustellen, sagte Melandri dem Magazin "Gente". Sie wolle Models unter 16 Jahren von den Laufstegen verbannen. Zudem will die Ministerin dem Modell Spaniens folgen und medizinische Untersuchungen für die Mannequins vor Modeschauen verpflichtend machen. Models mit einem Body Mass Index von unter 18,5 sollen nicht mehr bei Schauen laufen dürfen.

"Die Modewelt hat enorme Macht, Models hervorzubringen, die letzten Endes von sehr jungen Menschen auf extreme Art wahrgenommen werden,", betonte Melandri. Es sei wichtig, den "kranken" Schönheiten "Models mit beruhigenderer Figur entgegenzusetzen, wie zum Beispiel Monica Bellucci". (tso/AFP)

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