• Möglicherweise sabotierte der Ko-Pilot die Rettungsversuche - die Ermittlungen liegen jetzt beim FBI

Welt : Möglicherweise sabotierte der Ko-Pilot die Rettungsversuche - die Ermittlungen liegen jetzt beim FBI

Verdächtige Vorgänge im Cockpit deuten nun doch auf einen kriminellen Hintergrund des Absturzes der EgyptAir-Maschine hin. Die US-Bundespolizei FBI zog am Dienstag die Ermittlungen an sich, wie der US-Nachrichtenkanal CNN berichtete. Zuvor hatten die Experten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB den Datenschreiber und den Stimmenrekorder des Flugzeuges synchronisiert. Sie stellten dabei fest, dass eine Tür schlug und eine Stimme im Cockpit ein Gebet sprach, bevor der Autopilot ausgeschaltet wurde und der Sturzflug der Boeing 767 begann. Es liege nahe, dass der Ko-Pilot den Absturz verursacht und der Pilot später vergeblich versucht habe, die Maschine wieder hochzuziehen, hieß es in den US-Medien.

Der entscheidende Ermittlungsschritt erfolgte offenbar am Montagabend, als es den Experten gelang, die Daten der beiden Flugschreiber zusammenzuführen und dadurch ein klareres Bild von den letzten Minuten des Fluges zu gewinnen. Zudem wurden Spezialisten für arabische Dialekte hinzugezogen. Diese Erkenntnisse führten zu folgender Hypothese: Während einer der Piloten das Cockpit verließ, schaltete der andere den Autopiloten aus und lenkte die Maschine nach unten. Sekunden später kam der Kapitän zurück und versuchte, den Sturzflug aufzuhalten. Doch der Ko-Pilot konterkarierte die Rettungsversuche und schaltete die Triebwerke ab. An dieser Stelle enden die Aufzeichnungen der Flugschreiber.

CNN berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, die US-Behörden hätten ägyptische Regierungstellen und die Hinterbliebenen der Opfer bereits davon informiert, dass die Federführung der Untersuchung nun nicht mehr bei der NTSB, sondern beim FBI liege. NTSB-Chef Hall hatte am Montag erklärt, aufgrund der Auswertung der Flugschreiber werde geprüft, ob die Untersuchung in der Hand seiner Behörde bleiben solle. Eine Entführung, einen Piloten-Selbstmord oder einen Streit zwischen Pilot und Ko-Pilot wollte er nicht mehr ausdrücklich ausschließen.

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