Mönchengladbach : Schwerer Gasunfall: Über 100 Verletzte

Bei einem Gasunfall in einer Lackfabrik in Mönchengladbach ist Kohlendioxid unkontrolliert ausgetreten - 107 Menschen wurden verletzt. Ein technischer Defekt in einer Löschanlage führte zu dem Unfall.

Martin Teigeler[ddp]
Hubschrauber Gladbach
Mit Hilfe eines Hubschraubers wurde die Gaswolke über Mönchengladbach verweht. -Foto: ddp

MönchengladbachDer Gasunfall ereignete sich in einer Lackfabrik in Mönchengladbach. Nach einem Feuer sei durch einen technischen Defekt in einer Löschanlage Kohlendioxid unkontrolliert frei geworden, sagte ein Polizeisprecher. 16 Menschen mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Die verletzten Arbeiter und Anwohner des Gewerbegebiets Güdderath klagten zumeist über Atembeschwerden und Übelkeit. Am Nachmittag normalisierte sich die Lage am Unfallort wieder.

Die Löschanlage sehe eigentlich vor, dass bei einem Brand alle Zugangstüren zur Fabrik automatisch abgesperrt würden, sagte der Polizeisprecher. Durch eine Lücke in der hermetischen Abriegelung ist das Gas jedoch ausgeströmt. Die Untersuchungen dauern an. Drei Menschen sind durch das Gas in Ohnmacht gefallen und hatten mit Sauerstoff behandelt werden müssen. Lebensgefährlich habe sich aber niemand verletzt, betonte der Polizeisprecher.

Polizeihubschrauber löste Gaswolke auf

Das farblose und nicht brennbare Kohlendioxid kommt mit einem Anteil von 0,03 Prozent frei in der Atemluft vor. Bei einem Anteil von vier bis fünf Prozent wirkt das Gas laut Experten betäubend. Ein Anteil von acht Prozent führt innerhalb weniger Minuten zum Tod durch Ersticken.

Insgesamt waren 400 Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Einem Polizei-Hubschrauber gelang es, die Gaswolke mit Flugbewegungen über dem Unfallort aufzulösen. Am Nachmittag durchlüftete die Feuerwehr benachbarte Keller und Wohnungen. Die rund 150 Anwohner konnten danach in die Häuser zurückkehren.

Nach dem Unfall war das Areal in einem Umkreis von rund zwei Kilometern abgesperrt worden. Auch Autobahnabfahrten und Bahnstrecken waren davon betroffen. Die Sperrungen wurden am Nachmittag wieder aufgehoben. (saw/ddp)

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