• Mörder verschickt Bekennerbrief Rechtsextremes Pamphlet nach tödlichen Schüssen in Overath

Welt : Mörder verschickt Bekennerbrief Rechtsextremes Pamphlet nach tödlichen Schüssen in Overath

Frank Jansen

Der Fall des Dreifachmordes von Overath wird zunehmend bizarr. Aus der Untersuchungshaft heraus hat jetzt der mutmaßliche Täter Thomas A. einen vierseitigen, wüst formulierten Bekennerbrief an den „Kölner Stadt-Anzeiger“ geschickt. In dem Schreiben behauptet der 45-jährige Rechtsextremist, die „Exekution“ des Anwalts Hartmut Nickel, seiner Frau Mechtild und der Tochter Alja am 7. Oktober in Overath sei eine „Maßnahme zur Gesundung des Deutschen Volkes“ gewesen. Außerdem beleidigt A. die Opfer als „wertlose, zerstörerische Elemente“ und attackiert die „in den USA befindliche Welthochfinanz“. Sicherheitskreise vermuten jedoch ein privates Motiv. Anwalt Nickel hatte 1999 in einem Prozess einen Vermieter vertreten, dem A. insgesamt 10 000 Euro Miete schuldete.

Der in dem Mordfall ermittelnden Staatsanwaltschaft Köln lag das Schreiben gestern noch nicht vor. Es sei auch unklar, wie der Brief aus der Haftanstalt an die Zeitung gelangte, sagte Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt. Sie betonte jedoch, das Schreiben sei nur ein Indiz. Auch wenn A. die tödlichen Schüsse zugebe, könne der Brief nicht als Geständnis gewertet werden. Der Beschuldigte müsse sich gegenüber einem Staatsanwalt oder einem Ermittlungsrichter äußern. Bislang verweigert Thomas A. jedes Gespräch mit Polizei und Justiz. Das Einzige, was er von sich gab, war eine Drohung kurz nach der Festnahme vor einer Woche: „Wenn ich nicht gefesselt wäre, würde ich euch alle erschießen“, sagte A. dem Haftrichter. Die Staatsanwaltschaft will A. psychiatrisch begutachten lassen. Die drei Toten sollen in den nächsten Tagen beigesetzt werden.

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