Mond-Bestattungen : Letzte Ruhe mit Erdblick

Asche ins All? Eine US-Firma plant ab 2009 Mond-Bestattungen.

Mond
Der Wettlauf zum Mond ist eröffnet. -Foto: ddp

Berlin/HoustonDie Möglichkeit von Bestattungen auf dem Mond rückt offenbar näher. Ein Bestattungsunternehmen aus Houston im US-Bundesstaat Texas will ab 2009 die Asche von Verstorbenen auf den Erdtrabanten schicken, wie der Onlinedienst Space.com berichtete. Die Kapsel mit einem Gramm solle umgerechnet 6500 Euro kosten.

Im Preis inbegriffen sei die Möglichkeit für die nächsten Angehörigen, den Start der nicht näher bezeichneten Rakete mitzuerleben, sowie die Eingravierung des Namens des Toten auf eine Begleittafel und das Verstreuen der Restasche auf hoher See unweit des Startplatzes.

Die Einäscherung müsse allerdings extra bezahlt werden. Für 14 Gramm Asche von zwei Toten im einer Gemeinschaftskapsel gibt es Rabatt: Dabei werden nur rund 20 000 Euro fällig.

Die künftigen Kunden der Firma werden allerdings nicht die ersten sein, die ihre letzte Ruhe auf dem Mond finden. Bereits im Sommer 1999 war die US-Sonde „Lunar Prospektor“ nach Abschluss ihrer einjährigen Mission in der Mondumlaufbahn gezielt über dem Südpol des Erdtrabanten zum Absturz gebracht worden. Mit an Bord war eine Kapsel mit Asche des US-Geologen und Astronomen Eugene Shoemaker (1928-1997), der damit eine Art Ehrengrab erhielt.

Der Mitentdecker des Kometen Shoemaker-Levy 9 war der erste Mensch, dessen sterbliche Überreste auf einem anderen Planeten ruhen. Die Kapseln jener, die Shoemaker folgen, werden aber nicht auf dem Mond verstreut, sondern in einem gelandeten Raumflugkörper verbleiben.

Das Houstoner Unternehmen hofft, mit dem Angebot seine führende Position im Weltraumbestattungsgeschäft zu stärken. Es hat nach eigenen Angaben seit 1997 bereits die Asche von Menschen aus 14 Nationen ins All geschossen, darunter die von „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry. (ddp)

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