"Monitor"-Bericht : EC-Karten: Banken geben Entwarnung

Nach dem „Monitor“-Bericht über die Unsicherheit von EC-Karten im Supermarkt geben andere Experten Entwarnung. Der Test im Fernsehen beruhte auf Laborbedingungen. Trotzdem sollten Verbraucher immer sorgfältig ihre Kontoauszüge prüfen.

Hanna Gieffers
Verunsicherung. Schon wieder sind EC-Karten in der Diskussion.
Verunsicherung. Schon wieder sind EC-Karten in der Diskussion.Foto: dpa

Berlin - Nach Berichten der ARD–Sendung „Monitor“ über Sicherheitslücken beim Bezahlen mit EC-Karten gaben am Freitag Experten Entwarnung. Die deutsche Kreditwirtschaft sprach von einer nur theoretischen Möglichkeit der Manipulation. In der Tat wurden die Kartendaten lediglich im Experiment ausgespäht. Reale Fälle sind nicht bekannt. Im Experiment musste zudem ein Kabel zu den Terminals an der Supermarktkasse gelegt werden. Dass dies Kriminellen gelänge, ohne dass das auffällt, gilt als unwahrscheinlich. Die Kartenterminals im Handel seien sicher, versichert daher der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Alexander Fink, Pressesprecher der Firma VeriFon, gab zu, dass es Sicherheitslücken gibt. Der Marktführer, der in Deutschland 300 000 Geräte für den bargeldlosen Zahlungsverkehr im Einsatz hat, kündigte an, dass die Geräte in den nächsten Wochen mit einer neuen Version der Gerätesoftware ausgestattet werden, die das Problem der Kartendaten behebe.

Die ARD-Sendung „Monitor“ hatte diese Woche berichtet, dass es IT-Experten in einem Laborversuch gelungen sei, gefälschte EC-Karten herzustellen, mit ihnen bargeldlos zu bezahlen oder Geld vom Konto abzuheben. Der Experte Karsten Nohl von der IT-Firma Security Research Labs hält die Sicherheitslücke für groß und sagte „Monitor“: „Anders als bei Skimming, wo Kriminelle einzelne Geldautomaten belagern müssen, könnten hier theoretisch viele Terminals auf einmal gehackt werden.“ Beim Skimming wird der einzelne Geldautomat manipuliert und so auf die Kartendaten zurückgegriffen.

Laut Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken bekommen geprellte Kunden das Geld von ihren Banken zurückerstattet.

Sollten Kunden einen Betrug mit der EC-Karte bemerken, sollten sie sofort die Karte sperren lassen, die Bank anrufen und bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstatten. Man sollte sich genau überlegen, wo, wann und wie der Missbrauch stattgefunden haben könnte, denn eventuell muss man diesen rekonstruieren können.

Nach Rechnungen des Handelsforschungsinstituts EHI haben die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr Waren im Wert von 128 Milliarden Euro per EC-Karte bezahlt.

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