Monsterwellen : Riesenwellen am Atlantik ziehen Menschen ins Meer

Eine Riesenwelle hat an der nordspanischen Atlantikküste drei Mitglieder einer Familie ins Meer gezogen. Sturmfluten mit Monsterwellen toben über dem Atlantik. Betroffen sind Spanien, Portugal, Frankreich, England und Wales.

Ralph Schulze
Eine Welle schlägt gegen den Leuchtturm von Porto, Portugal.
Eine Welle schlägt gegen den Leuchtturm von Porto, Portugal.Foto: dpa

Eine Riesenwelle hat an der nordspanischen Atlantikküste drei Mitglieder einer Familie ins Meer gezogen. Eines der Opfer, ein 50-jähriger Mann, wurde Stunden später tot am Strand angespült. Hubschrauber und Schiffe suchten nach den beiden weiteren Vermissten, eine 25-jährige Frau und ein 70-jähriger Mann. Doch es gab keine Hoffnung mehr, die beiden noch lebend zu finden. Ein viertes Familienmitglied, das von der gigantischen Welle erfasst worden war, konnte sich an Land retten.

 Zur Unglückszeit tobte ein schweres Unwetter an der südeuropäischen Atlantikküste mit Sturm und mehr als zehn Meter hohen Wellen. Die Familie wollte in der Nähe des Ortes San Vicente de Meirás (Provinz La Coruña) von der Felsenküste aus die Sturmflut beobachten. Die gewaltigen Wellen krachen an dieser Stelle gegen die Steilküste, auf der ein Leuchtturm steht. Plötzlich türmte sich eine besonders hohe Welle auf und erreichte auch jene Schaulustigen, die oben auf der Klippe standen.

Ein Todesopfer im Badeort Biarritz

 Ein ähnliches Wellenunglück ereignete sich weiter südlich in dem portugiesischen Küstenort Foz do Douro. Dort schlug eine Riesenwelle über die Schutzmauer am Meer und riss dutzende Autos auf einem dahinterliegenden Parkplatz mit. Auch hier bestaunten etliche Schaulustige aus gefährlicher Nähe das Meeresspektakel. Als die Megawelle über den Damm rollte, mussten die Menschen um ihr Leben rennen. Hier wurden vier Personen verletzt.

Sturmwellen an Atlantikküste
Die Atlantikküste in Nordspanien: Der Atlantiksturm lässt die Wellen höher schlagen.Alle Bilder anzeigen
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07.01.2014 15:32Die Atlantikküste in Nordspanien: Der Atlantiksturm lässt die Wellen höher schlagen.

 Mitte Dezember waren am portugiesischen Atlantikstrand Praia do Meco, 35 Kilometer südlich der Hauptstadt Lissabon, sechs Studenten von einer Monsterwelle ins Meer gezogen worden. Die sechs jungen Portugiesen ertranken. Die Studenten hatten an dem Traumstrand, der für seine hohen Wellen bekannt war, nachts gefeiert, als sie am frühen Morgen von einer Riesenwelle überrascht wurden. Die Opfer hatten vermutlich die gefährliche Brandung unterschätzt.

Die stürmische See hat an der französischen Atlantikküste womöglich ein Menschenleben gekostet: Im Badeort Biarritz in Südwestfrankreich wurde am Montagabend nach Augenzeugenberichten ein Obdachloser von einer Welle fortgerissen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Behörden überprüfen nun die Angaben. Bereits Sonntagabend war in Biarritz eine junge Frau von einer riesigen Welle ins Meer gerissen worden; sie wurde bis Dienstag nicht gefunden.

Unwetterwarnung in der Grafschaft Dorset

Nach Angaben der Präfektur wurde in Biarritz auch die Unterkunft von Rettungskräften am Strand beim alten Hafen am Montagabend durch eine Welle beschädigt. Drei Menschen seien dadurch leicht verletzt worden.
In acht Départements an der französischen Atlantikküste herrscht derzeit erhöhte Warnstufe wegen hohen Wellengangs. Die Wellen können nach Angaben des französischen Wetterdienstes Météo France an manchen Stellen acht bis zehn Meter hoch sein. Für Dienstag wurde eine Besserung erwartet. In mehreren Orten wurde der Zugang zum Strand und in La Rochelle auch zum alten Hafen gesperrt; die Fenster mehrerer Häuser wurden durch Wellen in Mitleidenschaft gezogen.

Heftiger Wind und meterhohe Wellen haben am Dienstag weiter Teile der Küste von Wales und Südengland bedroht. Vor allem für die Grafschaft Dorset, die schon in den vergangenen Tagen von tagelangen Stürmen besonders betroffen war, galten weiter Unwetterwarnungen. In der Nacht zum Dienstag heulten die Notfallsirenen am Strand des Ortes Chiswell. Anwohnern wurde geraten, sich in den oberen Stockwerken ihrer Häuser aufzuhalten. Teilweise bestehe Lebensgefahr, hieß es vom Wetterdienst. Auch in Wales wurden Straßen und Häuser überflutet.
In Schottland und anderen Teilen Großbritanniens entspannte sich die Lage derweil. Auch in Nordirland war die Situation an der Küste nicht so dramatisch, wie zunächst vorausgesagt, wie die Polizei mitteilte. Warnungen gab es lediglich noch für den Süden und Südosten Englands, dort wurden heftige Regenfälle und mögliche Überschwemmungen vorausgesagt. (mit AFP und dpa)

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