Monsun : Jakarta steht unter Wasser

Millionen Menschen sind von den Fluten betroffen, sogar der Präsident musste seine Hosenbeine hochkrempeln. 30 Prozent des Stadtgebiets liegen unterhalb des Meeresspiegels.

Armin Wertz
Schulkinder überqueren völlig durchnässt eine Straße im Banken- und Geschäftsviertel der Stadt. Sieben von zehn Bezirken sind überflutet.
Schulkinder überqueren völlig durchnässt eine Straße im Banken- und Geschäftsviertel der Stadt. Sieben von zehn Bezirken sind...Foto: REUTERS

Der Präsident war gewarnt worden, dass sein Arbeitsplatz bald überflutet werden könnte. Nun stand er tatsächlich barfuß und mit hochgekrempelten Hosenbeinen im Präsidentenpalast, 30 Zentimeter hoch stand das Wasser. Das Staatsbankett mit Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez De Kirchner musste verlegt werden. Auch der Merdeka-Palast nebenan stand unter Wasser.

Nach tagelangen anhaltenden Regenfällen versanken weite Teile Jakartas in den Wassermassen. Zehntausende mussten ihre Häuser räumen und in sichere Unterkünfte gebracht werden. Hospitäler, Sporthallen, Busstationen und Bahnhöfe nahmen die Menschen auf. Viele hausen auf Plastikplanen unter Autobahnbrücken. Soldaten und Polizisten paddeln in Schlauchbooten durch die Straßen, um Alte, Kinder oder Gebrechliche in Sicherheit zu bringen.

Sieben der zehn Stadtbezirke sind überflutet. Sogar in Menteng, dem Luxusviertel, das einst den holländischen Kolonialherren vorbehalten und sogar bei den schweren Überschwemmungen des Jahres 2007 trocken geblieben war, stand das Wasser eineinhalb Meter hoch und drang in Wohnstuben und Schlafzimmer. Jakartas Gouverneur Joko Widodo rief den Notstand aus.

Im nahe gelegenen Bogor starben sechs Menschen, als ein Erdrutsch aus 30 Metern Höhe zehn Häuser und eine Moschee begrub. In Jakarta forderten die Überschwemmungen bisher neun Todesopfer. Hunderte Kanäle durchschneiden die Stadt, die ohnehin zu 30 Prozent unter dem Meeresspiegel liegt. In manchen Gegenden sinkt Jakarta um sechs Zentimeter pro Jahr. Die Entwaldung der Hügel im Süden der Stadt, die damit verbundene Bodenerosion, chaotische Verkehrs- und Stadtplanung und ignorantes Verhalten befördern den Prozess. Armin Wertz

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