Welt : Mord an Christina aufgeklärt

16jähriger Jugendlicher gesteht die Tat LEIPZIG (dpa).Drei Tage nach dem Mord an der elfjährigen Christina aus dem sächsischen Doberstau ist die Tat aufgeklärt.Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag in Leipzig mitteilten, hat ein 16jähriger aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Mädchens die Tat gestanden.Er habe das Kind mit einem Handtuch erdrosselt.Das Mädchen sei mit Sicherheit auch sexuell mißbraucht worden, hieß es.Die Angaben des Beschuldigten dazu seien jedoch noch widersprüchlich.Es müsse noch geklärt werden, ob Christina vor oder nach ihrer Tötung sexuell mißbraucht wurde.An ihrer Kleidung seien Spermaspuren festgestellt worden.Der Beschuldigte soll noch am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden, hieß es weiter.Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft hat der Jugendliche das Mädchen zunächst mit seinem Moped angefahren, dann in das Waldstück gezerrt und entkleidet.Dabei seien ihm "sexuelle Gedanken gekommen", habe der 16jährige ausgesagt.Er habe das Kind dann mit dem Handtuch gewürgt.Die Elfjährige war am Freitag vergangener Woche kurz vor Mitternacht tot aufgefunden worden.Ihre Eltern hatten sie als vermißt gemeldet, nach dem es nicht nach Hause gekommen war.Das Mädchen sollte seinen Bruder vom Kindergarten im Nachbarort abholen, war dort jedoch nie angekommen.Trauer um die ermordete elfjährige Christina beherrschte auch am Montag das Bild im sächsischen Dorf Doberstau.Die 130 Schüler aus der Schule des Mädchens im Nachbarort Zschernitz zogen am Vormittag in einem Schweigemarsch zu dem kleinen Waldstück zwischen beiden Orten, wo Christina am späten Freitag abend tot aufgefunden worden war.An einem Kreuz, umgeben von vielen Blumengebinden, legten die Kinder einen Kranz nieder."Wir trauern um dich" und "Wir werden Dich nie vergessen" war auf Plakaten am Ort des Verbrechens zu lesen."Wir verlangen härtere Strafen für Sexualtäter", lautete eine weitere Aufschrift.Am Sonntag war es in Doberstau zu spontanen Demonstrationen gekommen.Mehrere hundert Menschen forderten härtere Strafen für Sexualstraftäter.Das Justizministerium in Dresden hat indes vor einer "Hysterie" und dem Ruf nach schärferen Strafen gewarnt.Der Strafrahmen für Sexualtäter sei gerade erst erhöht worden, sagte Ministeriumssprecher Stolberg am Montag."Gesetze sind nicht dazu da, um auf kurzfristige Stimmungen in der Bevölkerung zu reagieren." Stolberg verwies darauf, daß Sexualtätern seit Jahresbeginn "wirklich hohe Strafen" drohten.

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