Welt : Mord an Deutschem – Urteil nach 14 Jahren

Los Angeles - Mit einem Spaziergang am Strand im kalifornischen Santa Monica haben zwei Ehepaare aus dem sächsischen Löbau im Oktober 1998 ihre USA-Reise abschließen wollen. Sie wurden von jungen Räubern überfallen, einer von ihnen war bewaffnet. Im Handgemenge mit den Tätern wurde der 50-jährige Horst Fietze von drei Kugeln getroffen, er starb in Sekunden. Die Täter flohen ohne Beute.

Einer von ihnen wird erst jetzt zur Rechenschaft gezogen. Am Montag soll gegen den inzwischen 34-Jährigen vor einem Gericht in Los Angeles das Strafmaß verhängt werden. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir der Gerechtigkeit Genüge tun können, auch wenn es mehr als zehn Jahre dauerte“, sagte Staatsanwalt Bobby Grace am Donnerstag. „Dieser Fall war uns sehr wichtig, denn Horst Fietze kam als deutscher Tourist in unser Land und wurde hier tödlich angegriffen.“

Drei der Täter waren der Polizei schnell ins Netz gegangen. Eine damals 18-Jährige saß am Steuer des Fluchtautos, sie ist nach mehrjähriger Haft jetzt wieder auf freiem Fuß. Der Haupttäter, der die Schüsse feuerte, war 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, er kann frühestens nach 35 Jahren freikommen. Eine weitere Komplizin, zur Tatzeit 17 Jahre alt, hatte eine der beiden deutschen Touristinnen vom Bürgersteig abgedrängt. Sie muss mindestens 16 Jahre verbüßen.

Dem vierten Räuber war die Flucht gelungen. Er setzte sich nach Jamaika ab, wo er unter falschem Namen arbeitete. Erst 2009 kamen ihm die Ermittler auf die Spur. Im vorigen Oktober, nach einem dreiwöchigen Prozess, fällten die Geschworenen ihr Urteil: Schuldig wegen Mordes im Verlauf eines Raubüberfalls, auch wenn der Verurteilte selbst keine Waffe bei sich hatte. Dem 34-Jährigen droht eine lebenslange Haft.

Die Witwe des Opfers, Astrid Fietze, hatte bei dem Prozess im vorigen Herbst ausgesagt. Zur Verkündung des Strafmaßes wollte die Deutsche nicht anreisen, sagte Staatsanwalt Bobby Grace. Ihm zufolge könnte der Täter am Montag noch einmal Aufschub erhalten, die Verteidigung habe einen Antrag auf einen neuen Prozess gestellt. „Aber ich bin mir sicher, dass er am Ende wegen Mordes büßen muss“, bekräftigte der Staatsanwalt.dpa

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