Mord auf Fußballplatz : Messerstecher muss für 15 Jahre ins Gefängnis

Nach einem Streit rammt ein französischer Hobby-Kicker einem der Gegner ein Messer ins Herz. Für den Staatsanwalt ein Akt der "Dummheit und der Feigheit": Der Auslöser der Tat war vergleichsweise nichtig.

StraßburgEin Hobby-Fußballspieler aus dem Elsass muss für 15 Jahre ins Gefängnis, weil er einen Spieler der gegnerischen Mannschaft nach dem Schlusspfiff aus Rache erstochen hat. Ein Gericht im französischen Colmar verurteilte den 26 Jahre alten Amateur-Kicker nach Angaben vom Donnerstag wegen vorsätzlichen Mordes.

Der Mann habe vor drei Jahren im südelsässischen Aspach-le-Bas einen 21 Jahre alten Spieler des anderen Teams mit einem Messer niedergestochen, hieß es bei der Urteilsverkündung im oberelsässischen Schwurgericht. Die Staatsanwaltschaft hatte 18 Jahre Haft gefordert und von einem Verbrechen "des Hasses, der Dummheit und der Feigheit" gesprochen.

Vom Schiri benachteiligt gefühlt

Auslöser für das Verbrechen war eine strittige

Schiedsrichterentscheidung bei einem Fußballturnier:

Das spätere Opfer aus dem gegnerischen Team hatte den Mann in Schwarz verteidigt. Der 26-Jährige hatte sich dagegen vom Schiedsrichter benachteiligt gefühlt. Nach ersten Pöbeleien kam er mit Kameraden und einem Küchenmesser bewaffnet auf den Platz zurück. Dort stach er seinem Opfer, einen Vater von zwei Kindern, ins Herz.

Nach dem Angriff ergriff er zunächst die Flucht, stellte sich aber später der Polizei. In der Gerichtsverhandlung in Colmar beteuerte der Täter, er habe den 21-Jährigen nicht töten wollen. Der Richter folgte allerdings nicht dem Antrag der Verteidigung auf Körperverletzung mit Todesfolge. (sf/dpa)

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