Mord in Tschechien : "Der Körper war portioniert wie vom Metzger"

Nach dem Fund der Leiche eines 35 Jahre alten Mannes aus Nürnberg in Westböhmen sind neue, erschreckende Details bekannt geworden. Der Mann wurde grausam zerstückelt.

Petr Jerabek[ddp]

Karlsbad/NürnbergEs war ein grausamer Anblick, der sich den tschechischen Ermittlern bot. Die Leiche des seit Anfang Juni vermissten 35 Jahre alten Mannes aus Nürnberg war übel zugerichtet: in rund 20 Teile zerlegt, abgepackt in Frischhaltefolie und zehn Plastiktüten. Dem Torso sei teilweise die Haut abgezogen worden, berichteten tschechische Medien. Das Herz sei dem Körper entnommen und durchstochen worden, damit es kein Blut enthalte. "Der Körper war portioniert wie von einem Metzger", wurde ein Zeuge zitiert. Drei Tatverdächtige sitzen in Tschechien schon in Untersuchungshaft, die genauen Hintergründe des Mordes sind aber noch nicht bekannt.

Die Leiche hat wohl schon seit dem 3. Juni in der etwa 125 mal 75 Zentimeter großen Grube rund einen halben Meter tief unter der Erde in einem Waldstück im Raum Karlsbad gelegen. Sie war in der Nacht zum Mittwoch entdeckt worden. Nach Zeitungsberichten hatte einer der Tatverdächtigen die Ermittler zum Fundort geführt. "Als er sah, wie die Leiche aussah, wäre er fast zusammengebrochen. Er hatte Tränen in den Augen", sagte ein Zeuge. "Ich sagte mir: Du bist mir aber ein Held. Du hast es fertig gebracht, so etwas zu tun und wirst jetzt hier heulen."

Die mittelfränkische Polizei und die Staatsanwaltschaft Nürnberg wollten sich zu den Berichten über die Zerstückelung der Leiche nicht äußern. Es sei ein Verfahren der tschechischen Behörden gegen tschechische Staatsbürger, hieß es zur Begründung. Auch von der Bezirksstaatsanwaltschaft in Pilsen waren bis zum Nachmittag keine neue Angaben zu bekommen.

Verdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft

Als tatverdächtig gelten zwei Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren, die in Untersuchungshaft sitzen und bereits vor dem Leichenfund festgenommen worden waren. Das Opfer hatte die 27-jährige unter dem Namen "Michelle" arbeitende tschechische Prostituierte vor längerer Zeit in einem Animierbetrieb in Nürnberg kennen gelernt. Am 1. Juni fuhr der Mann nach Tschechien. Die Ermittler vermuten, dass er gezielt die Frau aufsuchte. Nach Medienberichten lockten die Täter den Mann vermutlich unter dem Vorwand einer Hochzeit mit einer Tschechin ins Land.

Die Polizei geht von einem Raubmord aus. Von der EC-Karte des Opfers wurden angeblich insgesamt 140.000 Tschechische Kronen (knapp 4900 Euro) abgehoben. Nach Einschätzung der Nürnberger Kriminalpolizei kommt die Prostituierte "Michelle" auch für weitere schwerwiegende Straftaten in Frage. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise von Freiern, die mit der Frau Kontakt hatten.