Mord in Vaduz : Liechtensteiner Banker wohl von Ex-Fondsmanager erschossen

Einer der führenden Banker Liechtensteins ist erschossen worden - mutmaßlich von einem ehemaligen Fondsmanager, der sich im Internet als "Rächer" und "Robin Hood von Liechtenstein" stilisiert. Nun steht auf seiner Website "Catch me if you can".

Jules Hoch, Polizeichef, und Frank Haun, stellvertretender Staatsanwalt, in der Pressekonferenz zu dem Mordfall.
Jules Hoch, Polizeichef, und Frank Haun, stellvertretender Staatsanwalt, in der Pressekonferenz zu dem Mordfall.Foto: dpa

Ein führender liechtensteinischer Banker ist am Montag erschossen worden. Der mutmaßliche Mörder, ein ehemaliger Fondsmanager, sei nach der Bluttat geflohen und habe sich wohl das Leben genommen, teilte die Polizei des Fürstentums mit. Später hieß es, er sei vermutlich weiterhin auf der Flucht.

Den Angaben zufolge wurde der 48-jährige Chef einer Privatbank kurz nach 07.00 Uhr in der Tiefgarage des Geldhauses im Ort Balzers unweit von Vaduz erschossen. Das Auto des mutmaßlichen Täters sei später in der Nähe des Rheindamms gefunden worden.

Selbstmord möglicherweise nur vorgetäuscht

Die Polizei ging zunächst davon aus, dass der Mann sich in den Rhein gestürzt hat. Es sei ein Abschiedsbrief aufgetaucht, in dem der Ex-Fondsmanager dies angekündigt habe, teilte die Polizei mit. Später kamen Zweifel auf, denn die Website des mutmaßlichen Mörders wurde aktualisiert. „Es könnte sein, dass er nicht tot, sondern weiter flüchtig ist“, hieß es bei der Polizei.

Der mutmaßliche Täter hatte sich zuvor im Internet als „Rächer“ stilisiert. Der Bank warf er vor, seine Investitionen in Millionenhöhe vernichtet zu haben. Der Mann galt im Fürstentum als eine schillernde Persönlichkeit. Der frühere Erfinder führte als „Robin Hood von Liechtenstein“ verbale und juristische Kämpfe gegen Banker und Politiker, die er für seinen Ruin als Fondsmanager verantwortlich macht.

Mutmaßlicher Mörder verklagte das Fürstentum

Das Fürstentum verklagte er vergeblich auf 200 Millionen Franken (164 Millionen Euro) Schadenersatz, weil die Finanzmarktaufsicht seine Fondsgesellschaft verfolgt habe. Die Privatbank war früher die Depotbank des mutmaßlichen Täters.

"Catch me if you can"

Am späten Montagnachmittag hieß es auf der aktualisierten Website des Tatverdächtigen „catch me if you can, dead or alive, reward 200.000,000 CHF“ (Schweizer Franken). Unterschrieben wurde die Mitteilung nun nicht mehr mit „Robin Hood“, sondern mit „Sheriff von Nottingham“, dem Gegenspieler des legendären englischen Rebellen. (dpa)

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