Mord-Prozess : Anwalt des Dachauer Todesschützen legt Revision ein

Die Verteidigung des Dachauer Todesschützen hat Revision eingelegt, nachdem der 55-Jährige gestern zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Warum sich Rudolf U. zu diesem Schritt entschlossen hat, wissen auch seine Anwälte nicht.

Für den Prozess wurde der Angeklagte im Krankenbett in den Gerichtssaal geschoben.
Für den Prozess wurde der Angeklagte im Krankenbett in den Gerichtssaal geschoben.Foto: dpa

Einen Tag nach dem Urteil gegen den Dachauer Todesschützen hat die Verteidigung am Freitag Revision eingelegt. Dies teilte Wahlverteidiger Maximilian Kaiser in Landshut mit. Das Landgericht München hatte den Angeklagten Rudolf U. am Donnerstag wegen Mordes an einem Staatsanwalt sowie dreifachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem stellte das Gericht eine besondere Schwere der Schuld fest, wodurch eine vorzeitige Entlassung des Angeklagten aus dem Gefängnis nach 15 Jahren kaum möglich ist.
Kaiser war in dem Prozess als Wahlverteidiger aufgetreten, da der Angeklagte sich von seinem Pflichtverteidiger Wilfried Eysell nicht gut vertreten fühlte. Kaiser hatte mehrfach beantragt, Eysell ablösen zu können oder ihm als zweiter Pflichtverteidiger beigeordnet zu werden. Das Gericht lehnte das jedoch ab.

Als Pflichtverteidiger würde Kaiser aus der Staatskasse bezahlt. Sein Mandant Rudolf U. ist pleite. Dass er seinen erbitterten Kampf gegen die Justiz nicht aufgibt, löst bei Betroffenen und Prozessbeobachtern Befremden aus.

„Der Angeklagte will Revision einlegen“, hatte Pflichtverteidiger Eysell bereits direkt nach der Verhandlung angekündigt. Er kenne aber die Gründe noch nicht, fügt der ansonsten wortkarge Eysell hinzu.

(dapd/dpa)

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