Mordanschlag : Polizistin in Heilbronn erschossen

Bei einer Schießerei in Heilbronn ist eine 22 Jahre alte Polizistin getötet worden. Ein 24-jähriger Beamter sei sehr schwer verletzt, teilte die Polizei mit. Die Hintergründe der Tat lägen bislang komplett im Dunkeln.

Heilbronn - Mit einem Großaufgebot fahndete die Polizei nach den unbekannten Tätern. Auch Hubschrauber waren im Einsatz. Es sei eine Ringfahndung eingeleitet worden, hieß es. Der Verkehr kam zum Erliegen. Die beiden Polizisten gehörten der Bereitschaftspolizei Böblingen an. Sie waren im Rahmen des Unterstützungseinsatzes "Sichere City" im Einsatz. Diese Aktion läuft in der Stadt seit mehr als sechs Jahren und hat den Zweck, die Kriminalität zu verringern. Zuvor hatte es noch geheißen, die Opfer seien Angehörige der Bereitschaftspolizei aus Göppingen.

Ein Passant hatte die beiden Polizisten kurz nach 14 Uhr auf dem Festgelände Theresienwiese gefunden; sie lagen neben ihrem Dienstwagen. Die Dienstwaffen der Opfer - Pistolen vom Typ P 2000 - und die Handschellen fehlten. Die Polizei errichtete Straßensperren und kontrollierte Fahrzeuge. Die Beamten riefen dazu auf, keine Anhalter mitzunehmen. Wenn Autofahrer bereits Anhalter mitgenommen hätten, werden sie dringend gebeten, sich zu melden.

Zeugen dringend gesucht

Die Polizei erhielt Hinweise auf ein älteres Paar, das mit ihren Fahrrädern auf dem Radweg, der unmittelbar am Tatort vorbeiführt, gefahren sein soll. Sie würden dringend als Zeugen gesucht. Die Polizei war am Tatort mit einem Großaufgebot vertreten. Der Verkehr rund um die Theresienwiese brach zusammen. Alle Ausfallstraßen aus der rund 120.000 Einwohner zählenden Stadt waren komplett abgeriegelt. Dadurch kam es zu großen Staus.

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er hoffe auf baldige Genesung des verletzten Beamten. Die Polizei werde alles tun, um die Hintergründe schnell und umfassend aufzuklären. Mit Trauer und Bestürzung hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) auf die Tötung der Beamtin reagiert. Obwohl die genauen Tatumstände noch ungewiss seien, belege auch diese Tat, wie gefährlich der Polizeiberuf sei, sagte der Bundesvorsitzende Wolfgang Speck. "Unser Mitgefühl gilt den Familien der Opfer. Ich bin zuversichtlich, dass ein derartiger feiger Mordanschlag schnell aufgeklärt werden kann", sagte er. (tso/dpa)

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