• Morde in Dortmund waren Blutrache Hintergrund ist eine Familienfehde in der Osttürkei

Welt : Morde in Dortmund waren Blutrache Hintergrund ist eine Familienfehde in der Osttürkei

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Dortmund (dpa). Eine tödliche Familienfehde in der Türkei hat nach ersten Erkenntnissen die Schießerei in der Dortmunder Innenstadt ausgelöst: „Die Tat stellt sich als ein Blutrache-Delikt dar“, sagte Staatsanwalt Albert Keil am Dienstag in Dortmund. Gegen drei türkische Verdächtige im Alter von 26, 28 und 31 Jahren wurde einen Tag nach der Dortmunder Bluttat Haftbefehl wegen zweifachen Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Bei den Toten handele es sich ebenfalls um Türken. Schwer verletzt wurden ein 25-jähriger Türke sowie ein 35 Jahre alter Grieche, der wohl „zur falschen Zeit am falschen Ort“ war.

Hintergrund der Auseinandersetzung sei nach der Aussage des 28- Jährigen ein Vorfall im osttürkischen Varto: Der Schwiegervater des 28-Jährigen sei in der türkischen 5000-Einwohner-Stadt von Mitgliedern der Opferfamilie erschossen worden. Dieser wiederum sei „im weitesten Sinne verwandt“ mit einem Mann, der zuvor in der Türkei ein Mädchen geschwängert haben soll, das Mitglied der in Dortmund überfallenen Familie sei. Schon am Montagabend waren zunächst sechs Verdächtige festgenommen worden. Drei davon waren am Dienstag wieder auf freiem Fuß. Der 26- Jährige, dessen Auto in der Nähe des Tatortes gefunden wurde, sei den Ermittlern in Dorsten ins Netz gegangen. Die beiden anderen Verdächtigen wurden auf der Autobahn 3 nahe Leverkusen im Kastenwagen eines Geschäftspartners des Esseners erwischt. Keiner der Verdächtigen habe eine Waffe bei sich gehabt. Alle drei sollen allerdings mit mehreren Faustfeuerwaffen in Dortmund Schüsse abgegeben haben.

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