• Morde in Gartenkolonie: "Wer sich mit mir anlegt, der legt sich mit dem Teufel an"

Morde in Gartenkolonie : "Wer sich mit mir anlegt, der legt sich mit dem Teufel an"

Es war ein Kleinkrieg mit Gartennachbarn um Abfälle, Grundstücksgrenzen, Ruhestörung und Rasenmähen. Der Kleingärtnerstreit im niedersächsischen Gifhorn endete mit drei Toten. Heute wurde das Urteil über einen 66-jährigen Rentner gesprochen.

HildesheimFür die Ermordung seiner drei Nachbarn in einer Kleingartenkolonie in Gifhorn (Niedersachsen) ist ein 66-Jähriger am Donnerstag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Außerdem stellte das Landgericht Hildesheim die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung erschwert. Der Mann hatte die tödlichen Schläge mit einem Holzknüppel vor Gericht gestanden, allerdings von Notwehr gesprochen. Vorangegangen war dem mörderischen Geschehen ein jahrelanger Kleinkrieg des Rentners mit rund einem Dutzend Gartennachbarn um Abfälle, Grundstücksgrenzen, Ruhestörung und Rasenmähen.

Der Staatsanwalt hatte den Rentner als cholerisch, pedantisch, unversöhnlich und spießbürgerlich charakterisiert. Als "General" sei er über die Gartenanlage patrouilliert und habe seine Pächter überwacht. Ein Gutachter hatte ihm zwanghafte Persönlichkeitszüge, aber keine Persönlichkeitsstörung attestiert - er war zur Tatzeit also voll schuldfähig. Mit dem Urteil entsprach das Gericht der Forderung der Anklage. Die beiden Verteidiger hatten sich nicht auf eine einheitliche Strategie einigen können. Während der Pflichtanwalt eine Verurteilung wegen Totschlags forderte, beharrte der Wahlverteidiger auf die verminderte Schuldfähigkeit.

"Ich würde wieder so handeln"

"Ich bereue aus tiefstem Herzen diese Katastrophe herbeigeführt zu haben", hatte der 66-Jährige in seinem Schlusswort gesagt und damit erstmals in dem Prozess Bedauern geäußert. Er sei aber kein Mörder oder Totschläger. Für die jahrelangen Streitigkeiten seien nach wie vor die Nachbarn verantwortlich. "Ich würde wieder so handeln", beharrte er. "Wer sich mit mir anlegt, der legt sich mit dem Teufel an. Und wer sich mit dem Teufel anlegt, muss durch die Hölle gehen", soll der ehemalige VW-Arbeiter den späteren Opfern einmal gedroht haben.

Diese Prophezeiung sollte am 22. September des vergangenen Jahres Realität werden. Der Rentner legte sich nach Überzeugung des Gerichts mit einem Knüppel auf die Lauer, um seine verhassten Nachbarn zur Rechenschaft zu ziehen: Mindestens zehnmal schlug er auf den 33-jährigen Sohn der Nachbarsfamilie ein. Als dessen Eltern zu Hilfe eilten, zerschmetterte der Rentner auch die Schädel der 59 Jahre alten Mutter und des 65-jährigen Vaters. Laut Obduktionsbericht kniete er sich auf den älteren Mann und zerquetschte ihm dabei Hals und Brustkorb. Während der Angeklagte flüchtete, starben die drei Opfer einen qualvollen Tod. (smz/dpa)

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