Mordfall Michelle : Polizei überprüft 250 Sexualstraftäter

Die Suche nach dem Mörder der kleinen Michelle geht weiter. Die Polizei überprüft Videomaterial aus Bussen und Straßenbahnen. Außerdem werden aktenkundige Sexualstraftäter kontrolliert.

Leipzig Auf der Suche nach dem Mörder der kleinen Michelle wertet die Leipziger Polizei auch mehr als 50 Stunden Videomaterial aus Bussen und Straßenbahnen aus. Zudem würden die Alibis von mehr als 250 aktenkundigen Sexualstraftätern überprüft und Fahndungsplakate an Taxifahrer und die Leipziger Verkehrsbetriebe verteilt. "Es gibt keine heiße Spur", sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Samstag. Die Sonderkommission sucht mit 180 Ermittlern nach dem Täter. Am Abend sollte mit einem Gedenkgottesdienst in der Nähe von Michelles Grundschule Abschied von dem toten Kind genommen werden. Die Achtjährige war am vergangenen Donnerstag tot in einem Teich in Leipzig gefunden worden.

Die Obduktion der Leiche wurde laut Polizeisprecher inzwischen abgeschlossen. Einzelheiten über die Todesursache würden aus ermittlungstaktischen Gründen dennoch weiterhin nicht bekanntgegeben. Medienberichte, denen zufolge die Leiche des Kindes Blutergüsse aufwies und Büschel des Kopfhaares fehlten, könnten nicht bestätigt werden. Die Polizei gehe aber weiter von einer "Gewaltstraftat" aus.

200 Hinweise eingegangen

Weitgehend abgeschlossen ist Voigt zufolge die Spurensuche auf dem Grund des Teiches, in dem das tote Mädchen entdeckt worden war. Michelles rosafarbene Jacke und pinkfarbene Tasche sowie Gegenstände, die vom Täter stammen könnten, wurden aber bisher nicht gefunden. "Der Täter hat uns den Gefallen nicht getan." Die Spurensuche gehe dennoch weiter, versicherte Voigt. Etwa 200 Hinweise von Bürgern seien bisher eingegangen.

Am Abend sollte in der Trinitatis-Kirche mit einem Abendgebet des Mädchens gedacht werden. An einem Gebet am Freitagabend waren nach Angaben von Pfarrer Sebastian Rebner mehr als 200 Menschen in die Kirche gekommen. "Die Traurigkeit der Menschen sucht einen Ort der Stille", sagte Rebner. Zu dem Abendgebet seien auch Menschen gekommen, die selbst Gewalterfahrungen gemacht und deshalb einen besonderen Bezug zu dem Geschehen haben.

Michelle war am vergangenen Montagnachmittag von der Kinderbetreuung in ihrer nur wenige Gehminuten entfernten Schule nicht nach Hause gekommen. In den folgenden Tagen suchte die Polizei mit einem Großaufgebot vergeblich nach dem Mädchen. Seine Leiche war schließlich von einem Spaziergänger in einem Teich entdeckt worden. Die Polizei hat 10.000 Euro für Hinweise auf den Mörder ausgesetzt. Die Fahndungsplakate, von denen rund 5000 gedruckt wurden, sollen an diesem Montag auch an Geschäfte verteilt werden. (ae/dpa)

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