Mordfall Mirjam : Polizei entdeckt DNA-Spuren des Täters

Der Mörder der 13 Jahre alten Mirjam aus Baden-Württemberg hat bei der Tat vor zwei Wochen Spuren seiner DNA hinterlassen. Sein Erbgut ist der Polizei aber nicht bekannt.

Freiburg - Am Tatort im südbadischen Weindorf Auggen und an der Leiche des Mädchens seien Spuren des Erbguts eines Mannes gefunden worden. Der Vergleich mit den DNA-Datenbanken der Polizei in Deutschland und Frankreich habe aber kein Ergebnis gebracht. Bei dem Mann handele es sich also nicht um einen aktenkundigen Straftäter. Staatsanwaltschaft und Polizei erwägen jetzt einen Massengentest. "Eine DNA-Flächenerhebung in der Bevölkerung im Bereich Auggen ist angedacht, aber noch nicht in Vorbereitung", hieß es.

Die 13-jährige Mirjam war am 20. April auf dem Weg zur Schule erdrosselt worden. Das Motiv sei unklar, sagte der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Bernd Belle. Es handele sich nicht um ein Sexualdelikt. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft am Freitag eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Die am Tatort gefundenen DNA-Spuren seien für die Ermittler von großer Bedeutung, sagte Belle. Sie könnten Grundlage für einen Massen-DNA-Test sein. Ob dieser notwendig sein wird, soll in den nächsten vier Wochen entschieden werden.

Bislang habe die Polizei Speichelproben von 70 Männern genommen, sagte Belle. Die 60 Beamte zählende Sonderkommission habe in den vergangenen zwei Wochen zudem mehr als 600 Hinweise untersucht und 1600 Menschen befragt. Ein Flugblatt, mit dem die Polizei nach dem Täter fahndet, soll von der kommenden Woche an auch im benachbarten Elsass verteilt werden. Gesucht wird auch ein blauer Kleinwagen, der kurz vor Mirjams Tod am Tatort gesehen worden sein soll. "Bei unseren Ermittlungen stoßen wir auf eine große Kooperationsbereitschaft", sagte der Chef der Sonderkommission, Joachim Gemmert. (tso/dpa)

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