Mordprozess : "Du hast Mama umgebracht"

Im Mordprozess vor dem Landgericht Mühlhausen in Thüringen hat der 20 Jahre alte Angeklagte gestanden, im Juni seine Lebensgefährtin und deren fünfjährigen Sohn erwürgt zu haben.

Mühlhausen - Nach Eifersuchtsszenen sei es zum Streit gekommen, berichtete der Angeklagte zum Auftakt des Verfahrens. "Ich wollte, dass sie ruhig ist", sagte der wegen Mordes und Totschlags angeklagte Mann zum gewaltsamen Tod der 28-Jährigen. Das Kind habe sterben müssen, weil es Augenzeuge des Verbrechens war. Die Leichen wurden Tage später im Schlafzimmer der Wohnung entdeckt.

Auf einer Geburtstagsfeier bei einer Nachbarin habe es Streit gegeben, der sich in der eigenen Wohnung fortsetzte, berichtete der 20-Jährige. Um ihn zu beenden, habe er die auf dem Sofa liegende Frau kitzeln wollen. "Dafür gab es Schläge unters Kinn und Tritte in die Weichteile", schilderte der Angeklagte die Sekunden vor seinem Gewaltausbrauch. Dass er die Frau mit der rechten Hand würgte, "muss wohl im Affekt passiert sein". Als der fünfjährige Lukas seine Mutter leblos am Boden liegen sah, brüllte er: "Du hast Mama umgebracht".

"Weil ich wollte, dass der Junge endlich ruhig ist, muss ich wohl zugepackt haben." Danach brachte er die Leichen ins Schlafzimmer und entfernte die Klinke, damit die zweijährige Tochter der getöteten Frau nichts mitbekam. Die folgenden Tage verbrachte er in der Wohnung der Nachbarin. "Ich schlief mit ihr, war total fertig", sagte der Angeklagte. In dem Verfahren wird auch über die Zurechnungsfähigkeit des Mannes entschieden. Der Prozess wird nächsten Montag fortgesetzt. (tso/dpa)

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