• Morphium-Fall: Hinweise auf weitere Verbrechen Ärztin aus Langenhagen beruft sich auf „Sterbebegleitung“

Welt : Morphium-Fall: Hinweise auf weitere Verbrechen Ärztin aus Langenhagen beruft sich auf „Sterbebegleitung“

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(dpa). Im Fall einer Ärztin aus Langenhagen bei Hannover, die mindestens acht Menschen mit zu hohen Dosen Morphium umgebracht haben soll, gibt es Hinweise auf weitere Verbrechen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“. Danach haben sich bei der Behörde Hinterbliebene von fünf Patienten der 54 Jahre alten Ärztin gemeldet. Sie hätten den Verdacht geäußert, bei der Behandlung ihrer Verwandten sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Darunter sind auch Todesfälle aus den 90er Jahren. Die Staatsanwaltschaft gehe den Hinweisen nach, sagte Klinge. Die Ärztin sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt wirft ihr Totschlag vor. Die Medizinerin soll in der ParacelsusKlinik in Langenhagen mindestens acht Menschen mit zu hohen Dosen Morphium umgebracht haben. Nach einem Gutachten im Auftrag der Anklagebehörde waren nicht alle der behandelten Patienten todkrank. Zudem soll die Medizinerin die Kranken über die Behandlung mit Schmerzmitteln nicht informiert und die Therapie auch nicht dokumentiert haben. Die Ärztin verteidigt ihr Handeln dagegen als schmerzfreie Sterbebegleitung.

Wie der „Focus“ weiter berichtet, wurde nach einem Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Niedersachsen bei der Durchsuchung der Paracelsus-Klinik im Juni 2003 lediglich das aktuelle Morphium-Buch der in Rede stehenden Fälle von 2001 bis 2003 entdeckt.

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