Moshammers Daisy : Ein Hundeleben im Glamour

Rudolph Moshammers berühmter Yorkshire-Terrier Daisy ist gestorben. Ein Veterinär hatte bei der 13 Jahre alten Hundedame eine Verengung der Luftröhre diagnostiziert. Das Hundchen hustete und röchelte zuletzt erbarmungswürdig.

München - Daisy ist tot. Der Yorkshire-Terrier des ermordeten Modezaren Rudolph Moshammer starb am Dienstag in München. Das Tier konnte zuletzt nicht mehr richtig atmen. Medikamente schlugen nicht an, eine Operation wurde als aussichtslos verworfen.

Sie starb schließlich in vertrauter Umgebung bei ihrem Betreuer Andreas Kaplan, dem ehemaligen Chauffeur Moshammers, wie eine Vertraute Kaplans bestätigte. Dieser "zweite Schicksalsschlag" nach der Ermordung Moshammers habe ihn "hart getroffen", ließ Kaplan ausrichten. Er selbst wolle sich in der nächsten Zeit nicht öffentlich äußern. Der Schmerz sitze einfach zu tief.

Hund als Teil des Gesamtkunstwerks

Wohl kaum ein anderer Hund hat die deutsche Öffentlichkeit so beschäftigt wie Daisy. An der Seite - oder doch meistens auf dem Arm - ihres Herrchens Moshammer eroberte die kleine Yorkshire-Terrier-Dame die Herzen vieler Menschen - wenngleich der Anblick mit der unmotiviert seitlich heraushängenden Zunge und dem obligatorischen Schleifchen im Kopffell bei vielen eher Mitleid auslöste.

Der schillernde Paradiesvogel Moshammer vervollständigte mit Daisy quasi sich selbst als wandelndes Gesamtkunstwerk. Ein probates Rezept, das auch Society-Girl Paris Hilton und ihr Chihuahua-Hündchen Tinkerbell nachexerzieren. Wo immer der Münchner Selbstdarsteller auftrat, bei den zahlreichen Galas und Premierenfeiern, im Fernsehen und in der Werbung, war Daisy mit dabei.

Sie war wohl auch die einzige Augenzeugin der Ermordung ihres Herrchens in der Nacht zum 14. Januar 2005. Nach einem Streit wurde der 64-Jährige von einem jüngeren Sexualpartner erdrosselt. Als Chauffeur Kaplan die Leiche am Morgen in der Wohnung seines Chefs in Grünwald entdeckte, fand er Daisy ganz verstört vor. Er, der sich auch in der Vergangenheit schon immer viel um die kleine Hundedame gekümmert hatte, nahm sich ihrer bis zu ihrem Tod an.

Daisy wird eingeäschert

Als Daisy spürte, dass sie immer schwächer wurde, verließ sie am Dienstagmorgen ihr Hundekörbchen und zog sich in die Tragetasche, in der Moshammer sie immer transportiert hatte, zurück. Dort schlief sie friedlich ein, schilderte Kaplan die letzten Minuten im Leben des Tieres. Nur wenige Stunden später wurde der Leichnam im Münchner Tierkrematorium eingeäschert. Die Urne will Kaplan in seiner Wohnung, die er von Moshammer geerbt hat, aufbewahren, "damit ich Daisy immer bei mir habe", wie er seiner Vertrauten sagte.

Zur Welt kam Daisy am 20. September 1993 im pfälzischen Jockgrim. Ihre Züchterin Christel Nicklis erinnert sich noch gut, wie sie den kleinen, vier Monate alten Hund selbst nach München in die Edelboutique Moshammers brachte. Damals hieß das Fellknäuel noch offiziell Irina de Pittacus. Kaum angekommen benahm sich das Hündchen schon daneben. Hoch erhobenen Hauptes und Schwänzchen in die Höh' hinterließ sie eine Riesenpfütze auf dem schönen blauen Veloursteppich. Das sei ihr furchtbar peinlich gewesen, sagte Nicklis. Doch Moshammer nahm es gelassen. Schon kurz darauf thronte Daisy auf einer wertvollen Barockcouch im hinteren Teil des Ladens. Ein Hundeleben im Glamour begann.

"Dass sie ihrem Herrchen so früh nachfolgt, ist wirklich traurig", zeigte sich Nicklis bekümmert über die Nachricht vom Tod Daisys. 13 Jahre seien eigentlich kein hohes Alter für einen Yorkshire-Terrier. Daisys Vater Dracula starb erst im Frühjahr mit stolzen 16 Jahren. Dass womöglich die Trauer um ihr geliebtes Herrchen Moshammer Daisy vor Gram zugrunde gehen ließ, hält Nicklis aber für abwegig: "Bei aller Liebe - Daisy war auch nur ein Hund." (Von Ulrich Meyer, ddp)

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