München, die Flüchtlinge und das Oktoberfest : Die Wiesn nicht vermies’n

Trotz der Warnungen von Seehofer und Herrmann - München hat alles im Griff, wenn zum Oktoberfest Flüchtlinge und Biertrinker in die Stadt kommen. Sagt der Kreisverwaltungsreferent.

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Ein Polizist beobachtet am 20.09.2014 den Einzug der Festwirte beim 181. Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese in München (Bayern). Am 15.09.2015 stellt die Polizei und das Kreisverwaltungsreferat in München während einer Pressekonferenz das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2015 vor.
Ein Polizist beobachtet am 20.09.2014 den Einzug der Festwirte beim 181. Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese in München...Foto: dpa

Angesichts des bevorstehenden Oktoberfestes inmitten der Münchner Flüchtlingskrise will die Stadtverwaltung beruhigen: „Es wird eine ganz normale Wiesn sein“, sagte Wilfried Blume-Beyerle, der als Kreisverwaltungsreferent oberster Hüter von Recht und Ordnung ist, am Dienstag. „Wir bereiten uns ganz normal vor, nur gibt es eine kleine Besonderheit.“ Diese besteht darin, dass ganz unterschiedliche Menschenmassen in die Stadt kommen und deshalb befürchtet wird, dass sich Chaos und Gewalttätigkeiten ausbreiten könnten.

Beflügelt wurde die Debatte von der CSU. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte verlangt, dass München während des an diesem Samstag beginnenden Oktoberfests nicht wie bisher Anlaufpunkt für Flüchtlinge bleibe. Und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, München müsse entlastet werden, weil muslimische Asylbewerber „Begegnungen mit massiv alkoholisierten Menschen in der Öffentlichkeit nicht gewohnt“ seien. Diese Äußerungen hatten heftige Kritik hervorgerufen.

"Gut gelaunte Gäste"

Die Stadt und die Münchner Polizei blicken deutlich weniger aufgeregt auf die bevorstehenden Ereignisse. Auf einer Pressekonferenz zu dem Thema versuchten Blume-Beyerle und der Vize-Polizeipräsident Werner Feiler, Ruhe auszustrahlen. Denn die Wege der vielen zehntausend Flüchtlinge, die zehn Tage lang in die Stadt gekommen sind, und jene der Millionen Wiesn-Besucher würden sich kaum kreuzen – so ihre These. Die einen würden in die Notunterkünfte gebracht, die anderen ziehe es zum Oktoberfest. Einzig am Hauptbahnhof begegneten sie sich. Dort bleibe aber der nördliche Bereich am Starnberger Flügelbahnhof für Asylbewerber gesperrt, während die Wiesn-Anreisenden den Bahnhof in südlicher Richtung verließen.

Das Oktoberfest beginnt am Samstag um zwölf Uhr und endet am 4. Oktober. Schätzungsweise kommen sechs Millionen Besucher. Auf der Wiesn sind ständig 300 Münchner Polizisten präsent und in der nahen Umgebung des Festgeländes 200. Für den Hauptbahnhof und zwei besonders betroffene S-Bahnhöfe ist die Bundespolizei zuständig. Die Polizei macht deutlich, dass es nicht zu wenig Beamte für die bevorstehenden Einsätze gebe. „Ich sehe nicht das Problem, dass die Polizeikräfte nicht ausreichen“, sagte Feiler. „Jeder Besucher kann sich auf dem Oktoberfest sicher fühlen.“ Für Herrmanns Befürchtung von „massiv alkoholisierten Menschen“ sieht Blume-Beyerle keinen Grund: „Ich würde da von gut gelaunten Gästen sprechen.“



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