München : Harte Strafen für Schweizer Prügel-Schüler

Sie schlugen im Sommer 2009 bei einer Klassenfahrt wahllos fünf Passanten zusammen. Nun sind drei Schüler aus der Schweiz nach dem Gewaltexzess in München zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.Foto: dapd

Der Hauptangeklagte Mike B. erhielt von der Jugendkammer des Landgerichts am Montag wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eine Jugendstrafe von sieben Jahren. Benjamin D. muss für vier Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Der dritte Angeklagte, Ivan Z., bekam wegen gefährlicher Körperverletzung eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten.

Damit blieb das Gericht trotzdem deutlich hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück. Die hatte für Mike B. neun Jahre, für Benjamin D. sieben und für Ivan Z. sechs Jahre Haft verlangt. Die Verteidiger hatten hingegen für sehr viel niedrigere Strafen plädiert. Für Mike B. verlangte sein Verteidiger lediglich Jugendarrest - er habe bei dem folgenreichsten Überfall auf den Geschäftsmann nicht mitgemacht, argumentierte der Anwalt. Nun aber bekam sein Mandant sogar die höchste Strafe der drei Angeklagten.

Die Jugendlichen hatten Ende Juni 2009 bei einer Klassenfahrt in einem Park mit anderen Klassenkameraden gefeiert, getrunken und Haschisch geraucht, als die Stimmung plötzlich kippte. Zuerst schlugen die damals 16-Jährigen drei Männer in dem Park zusammen, dann zogen sie weiter. Wenige Minuten später überfielen sie einen Geschäftsmann, zerschmetterten sein Gesicht und verletzten ihn lebensgefährlich. Am Ende verprügelten sie noch einen Studenten.

Die Angeklagten entschuldigten sich im Laufe des Prozesses und vereinbarten mit ihren Opfern Entschädigungszahlungen. Die Jugendkammer hatte zum Schutz der zur Tatzeit Minderjährigen hinter verschlossenen Türen verhandelt. Nur die Eltern saßen regelmäßig im Gerichtssaal - und der Geschäftsmann als Nebenkläger. Der Familienvater aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen musste zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen und leidet bis heute an den Folgen des Gewaltexzesses. (dpa)

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