München : Polizei verhindert Reichen-Rennen

Sie wollten nur "eine lustige Veranstaltung", doch die Polizei machte den Millionären einen Strich durch die Rechnung. In München wurden die Fahrzeuge einer geplanten Luxus-Rallye vorsorglich beschlagnahmt, noch während ihre reichen Besitzer in der Nobel-Disco "P1" feierten.

Dorothea Hülsmeier[dpa]
Rushh Drive
Polizei beschlagnahmt 63 Autos eines illegalen Autorennens. -Foto: ddp

MünchenDiesen "Spaß" gönnte die bayerische Polizei den Reichen und Prominenten nicht. Mit Vollgas wollten rund 100 gut Betuchte bei einer dreitägigen Rallye in ihren Ferraris, Maseratis und Lamborghinis über Deutschlands Straßen brausen. Während die Teilnehmer des sogenannten "Rushh Drive 2008" in der Nacht zum Donnerstag in Münchens Nobel-Disco "P1" schon mal vorfeierten, spürte die Polizei ihre in einer Firmenhalle im oberbayerischen Poing versteckten insgesamt 63 Luxus-Rennkarossen auf und beschlagnahmte sie kurzerhand.

Als viele Besitzer am frühen Morgen nach durchgemachter Nacht ins Hotel "Bayerischer Hof" zurückkehrten, war das von München nach Hamburg geplante Rennen schon gelaufen, bevor ein Motor gestartet werden konnte. Die Polizei hatte es für illegal erklärt. Die privaten Edelmarken gibt's frühestens Samstagabend zurück, damit die "Rennfahrer" nicht noch auf dumme Gedanken kommen.

"Wir wollten eine lustige Veranstaltung", sagt die Sprecherin der Veranstalter, Julia Akra. Aber schon die Hamburger Behörden hatten den Jet-Settern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ursprünglich sollte das Rennen in der Hansestadt starten. Der Senat verbot es aber. Daraufhin wurden die Autos in einer Nacht- und Nebelaktion nach Bayern gebracht. Die Behörden dort waren aber schon informiert und kannten keine Gnade.

Kein Spaß, sondern Gefahr

An der Millionärs-Rallye wollten nach Akras Angaben unter anderem Peyman Amin, Juror bei "Germany's Next Top Model", der Moderator Pierre Geisensetter und Prinz Marcus von Anhalt sowie die Designerin Barbara Herzsprung und der Sänger Akay teilnehmen. Sprecherin Akra über die Teilnehmerliste: "Das sind alles Leute aus gut betuchten Kreisen, die alle schöne Autos haben." Die Wagen im Wert von acht Millionen Euro sollten in 72 Stunden durch vier Städte fahren. Stattdessen kam die Polizei mit einem Aufgebot von 30 Beamten nach Poing und machte den Plan zunichte.

Das Luxus-Rennen im vergangenen Jahr von Düsseldorf über Hamburg und Stuttgart nach Berlin sei noch "super gelaufen", so Akra. Mit den Ordnungshütern habe man gut zusammengearbeitet. Alle Teilnehmer hätten sich schriftlich verpflichtet, die Straßenverkehrsregeln einzuhalten. Im übrigen seien eigene "Rennstrecken" gemietet worden, "wo die Leute sich austoben können".

Das sieht die Polizei ganz anders. Schon in der Vergangenheit seien solche Rallyes als "Schnitzeljagd" oder "Spaß-Event" deklariert worden. Dabei hätten sich manche Fahrer auf den Straßen rücksichtslos und grob verkehrswidrig verhalten. Schon 2006 hatte die bayerische Polizei ein Reichen-Rennen verhindert. "Massive Geschwindigkeits- und Überholverstöße, Nötigungen und Straßenverkehrsgefährdungen" seien festgestellt worden. Die "hochgetunten" Fahrzeuge seien eine ernstzunehmende Gefahr. Die Rennfahrer nehmen es gelassen: "Wir versuchen, es mit einem Augenzwinkern zu sehen", sagte Akra.

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