Welt : Münchner Olympiastadion: Die Finanzierung ist klar, das Aussehen nicht

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Die Finanzierung für den Umbau des Münchner Olympiastadions zur Fußball-Arena ist geklärt. Mit 100 Millionen Mark werden sich der FC Bayern und der TSV 1860 gemeinsam an dem rund 400 Millionen Mark teuren Bauvorhaben beteiligen. Eigentümerin des Stadions, in dem das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2006 stattfinden soll, ist die Stadt München. "Man wird uns fragen, ob wir übergeschnappt sind, dass wir so viel zahlen für ein Projekt, das uns gar nicht gehört", sagte Franz Beckenbauer nach dem "Stadion-Gipfel" in der Bayerischen Staatskanzlei. Aber die WM-Eröffnung sei eine lukrative Sache, sagte Beckenbauer, "wenn ein paar Milliarden Menschen am Fernseher sitzen".

Nach dem Gespräch in der Staatskanzlei, an dem unter anderem Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), die Fußball-Präsidenten Beckenbauer und Karl-Heinz Wildmoser und die Architekten teilnahmen, sollen die Umbaukosten zur Hälfte von der Stadt übernommen werden. Der Freistaat Bayern steuert 100 Millionen Mark bei. Welcher Verein wieviel von den zugesagten 100 Millionen Mark bezahlt, ist noch unklar. Bisher zahlen die Vereine 8,5 Millionen Mark Pacht im Jahr.

Stoiber sagte nach dem Treffen: "Wir sind ein ganz erhebliches Stück weiter gekommen." Nun könnten die Planungen der Architekten beginnen. Nach Angaben von Ude sollen diese Pläne sowie die genauen Kostenberechnungen - vorerst handelt es sich um Schätzungen - im Mai kommenden Jahres vorliegen. Der im Oktober vorgestellte neue Konsens-Entwurf von Olympia-Architekt Günter Behnisch sieht einen Neubau der Haupttribüne vor. Mit dem Umbau soll 2002 begonnen werden. Im Jahr 2005 soll das Stadion fertig sein. Das historische Zeltdach des Stadions soll durch ein architektonisch weniger ambitioniertes Glasdach ausgetauscht werden. Jedoch ist das Vorhaben nach wie vor gefährdet, da der Widerstand gegen den Umbau der Arena mit derberühmte Dachkonstruktion wächst. Die Initiative für ein Bürgerbegehren gegen den Stadion-Umbau hat inzwischen mehr als die Hälfte der notwendigen 30 000 Unterschriften für die Einleitung einer Volksbefragung gesammelt. Auch Denkmalschützer, die Architekten und Ingenieure wandten sich gegen den Umbau. Die drohende Zerstörung eines "Kunstwerkes" zugunsten eines "Nur-Fußballstadions" gelte es zu verhindern.

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