Mumbai : Neue Gruppenvergewaltigung erschüttert Indien

Schon wieder erschüttert eine Gruppenvergewaltigung Indien: Fünf Männer attackieren eine junge Fotografin in Mumbai - jener Stadt, die in Indien als besonders sicher für Frauen gilt. Vier der Täter sind noch auf der Flucht.

Polizist am Tatort: Die bestialische Gruppenvergewaltigung einer Studentin hatte im vergangenen Jahr Massenproteste in Indien hervorgerufen.
Polizist am Tatort: Die bestialische Gruppenvergewaltigung einer Studentin hatte im vergangenen Jahr Massenproteste in Indien...Foto: Reuters

Eine 22 Jahre alte Fotografin ist im indischen Mumbai in einer Fabrikruine von mehreren Männern vergewaltigt worden. Nach Polizeiangaben wurde sie mit inneren Blutungen in ein Krankenhaus gebracht. Die jüngste sexuelle Attacke sorgte am Freitag für einen riesigen Aufschrei in Indien, im Parlament in Neu Delhi warfen die Abgeordneten die Tagesordnung über den Haufen und diskutierten über die Sicherheit von Frauen im Land.

Die junge Frau sei am frühen Donnerstagabend für Fotoaufnahmen für ein Lifestyle-Magazin unterwegs gewesen, sagte Polizeikommissar Satyapal Singh. Vor einer stillgelegten Baumwollspinnerei wurden die Fotografin und ihr Kollege demnach von einer Gruppe attackiert. Der Mann wurde zusammengeschlagen und mit einem Gürtel gefesselt, während die Frau von mehreren Männern in das alte Gebäude gezerrt und dort vergewaltigt wurde. Dann flohen die Täter.

Der Zustand der 22-Jährigen ist laut Medienberichten stabil. Die Polizei veröffentlichte Zeichnungen von fünf mutmaßlichen Tätern. Nach Informationen der Polizei ist bereits ein mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Vier weitere Verdächtige seien identifiziert, aber noch nicht gefasst, sagte Polizeikommissar Satyapal Singh am Freitag. Demnach leben die Verdächtigen alle in der Nähe des Tatorts, einer stillgelegten Baumwollspinnerei im Zentrum der Metropole.

Vergewaltigungsopfer gestorben - Indien unter Schock
Die 23-jährige Inderin, die von mehreren Männern brutal vergewaltigt wurde, ist an ihren Verletzungen gestorben.Weitere Bilder anzeigen
1 von 11Foto: afp
29.12.2012 10:31Die 23-jährige Inderin, die von mehreren Männern brutal vergewaltigt wurde, ist an ihren Verletzungen gestorben.

Die Attacke passierte ausgerechnet in jener Stadt, die in Indien als besonders sicher für Frauen wahrgenommen wird. „Wir sind nur Zuschauer bei den ganzen Verbrechen gegen Frauen“, sagte Oppositionspolitikerin Smriti Irani im Parlament. Nichts habe sich seit der bestialischen Tat vom Dezember verändert, alle im Land hätten ein Déjà-vu, kommentierten Nachrichtenreporter.

Im Dezember war eine 23 Jahre alte Studentin in der Hauptstadt Neu Delhi in einem Bus entführt, vergewaltigt und mit einer Eisenstange gefoltert worden. Zwei Wochen später starb sie an ihren inneren Verletzungen. Das Verbrechen hatte landesweit Proteste ausgelöst, die Gesetze wurden daraufhin verschärft und die Polizei sensibilisiert. Mittlerweile werden viel mehr sexuelle Verbrechen angezeigt.

Erst am Donnerstag berichtete die Nachrichtenagentur IANS von der Vergewaltigung einer 22-Jährigen in Neu Delhi. Sie sei von zwei Männern, die sie vor ein paar Monaten kennengelernt hatte, in ihrem Haus überfallen und dann abwechselnd sexuell attackiert worden. Am Mittwoch machte der Fall einer Achtjährigen aus Orissa Schlagzeilen. Das Mädchen soll in einem Slum in Bhubaneswar vergewaltigt und dann erwürgt worden sein. (dpa)

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