Mutlu Kaya : 19-jährige Talentshow-Teilnehmerin in Türkei angeschossen

In der Türkei ist eine 19-jährige Teilnehmerin einer Talentshow in ihrer Wohnung angeschossen worden. Mutlu Kaya erlitt bei dem Attentat in der Osttürkei lebensgefährliche Kopfverletzungen.

Mutlu Kaya bei der Talentshow "Sesi Cok Güzel" im türkischen Privatsender Fox.
Mutlu Kaya bei der Talentshow "Sesi Cok Güzel" im türkischen Privatsender Fox.Screenshot Youtube

Eine junge Kandidatin einer türkischen Fernseh-Talentshow ist laut Medienberichten von einem Unbekannten angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Attentäter schoss Mutlu Kaya am Montag in deren Haus in der Provinz Diyarbakir in den Kopf, wie die Nachrichtenagenturen Dogan und Anadolu berichteten. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest. Die 19-Jährige war offenbar von Familienmitgliedern wegen ihrer Teilnahme an der Show bedroht worden. Medienberichten zufolge feuerte der Attentäter am frühen Morgen aus dem Garten durch ein Fenster ins Haus. Mutlu Kaya wurde dabei so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus von Diyarbakir auf der Intensivstation behandelt werden muss. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, ein Verdächtiger sei festgenommen worden und werde von der Polizei verhört. Um wen es sich dabei handelte, blieb offen.

Die 19-Jährige war eine der Teilnehmerinnen der Talentshow "Sesi Cok Güzel" im türkischen Privatsender Fox. Ihre prominente Mentorin war Sibel Can, einer der bekanntesten Folkpop-Sängerinnen der Türkei. Can zeigte sich erschüttert von dem Attentat. "Mein hübsches Mädchen Mutlu, wie konnten sie dich verletzen? Ich bin sehr traurig", schrieb sie auf der Internetplattform Instagram. "Sie schwebt nun in Lebensgefahr, ich wünsche ihr schnelle Genesung." Die Zeitung "Posta" hatte bereits vor dem Attentat berichtet, Kaya habe wegen ihrer Teilnahme an der landesweiten Show Todesdrohungen von Familienmitgliedern erhalten.

Ihr Vater Mehmet Kaya sagte zu Reportern vor dem Krankenhaus, seine Tochter habe gerade für ihren nächsten Auftritt geprobt, als der Angreifer seine Schüsse abgab. "Ich will einfach, dass meine Tochter wieder gesund wird. Mehr nicht", sagte er. "Ich hoffe auf Hilfe von Sibel Can, sie ist wie eine Mutter für sie." In der Türkei wächst seit einiger Zeit die Wut über die massive Gewalt an Frauen. Hunderte Frauen werden jedes Jahr von ihren Ehemännern getötet. Diyarbakir liegt im mehrheitlich kurdischen Südosten der Türkei, konservative Werte und die traditionelle Rolle der Frau in der Familie spielen dort eine besonders große Rolle. (AFP)

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