• Mutmaßliche Tierquälerei: Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt im Eierskandal

Mutmaßliche Tierquälerei : Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt im Eierskandal

Die Tierschutzorganisation Peta hat offenbar einen ersten Erfolg im Kampf gegen mutmaßliche Tierquälerei in Brandenburg und Sachsen-Anhalt erzielt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt nun gegen das Unternehmen Landkost in Bestensee, dass Eier fälschlicherweise als Bioprodukte ausgegeben haben soll.

Magdeburg/ PotsdamWegen des Verdachts der falschen Etikettierung von Eiern in Brandenburg ermittelt jetzt die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat am Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer des Unternehmens Landkost in Bestensee eingeleitet, bestätigte ein Sprecher tagesspiegel.de. Die Tierschutzorganisation Peta hatte am Mittwochmorgen Anzeige gegen diese Firma und gegen den Biohof Deersheim GmbH (Sachsen-Anhalt) gestellt.

Aufgrund der "präzisen Darstellung" werde die Staatsanwaltschaft Potsdam nun aktiv, hieß es. Peta hatte Videos veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, dass die Hühner dieses Unternehmens keinesfalls ein glückliches Leben führen. Kein Tageslicht, kein Platz, kein Auslauf. Dennoch werden die Eier als von freilaufenden Hühnern deklariert und in Berliner Supermärkten wie Kaiser's-Tengelmann und Edeka unter den Namen "Freiland-Landkost" bzw. "Freiland-Luisenhof" verkauft.

Nach Angaben von Peta wurden Millionen Eier aus tierquälerischer Haltung als Freiland- und Bioprodukte an den Handel verkauft. Das Agrarministerium in Potsdam hatte die Vorwürfe am Donnerstag jedoch zurückgewiesen.

Keine Ermittlungen gegen Biohof in Sachsen-Anhalt

Bei der Staatsanwaltschaft in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) sei dagegen noch keine Anzeige gegen den Betrieb Biohof Deersheim GmbH eingegangen, teilte ein Sprecher mit. Dabei hatte Peta auch dort eine Strafanzeige gestellt. Seine Behörde sehe bislang keinen Grund zu Ermittlungen. Nach ersten Überprüfungen des Agrarministeriums hätten sich die von Peta gegen den Betrieb erhobenen Vorwürfe nicht bestätigt.

Es seien bislang keine Beanstandungen festgestellt worden, teilte auch das Ministerium in Magdeburg mit. Die Überprüfungen würden fortgesetzt, endgültige Ergebnisse sollen in der kommenden Woche vorliegen.

Die Firma im Harz will eine einstweilige Verfügung gegen die ihrer Ansicht nach falschen Vorwürfe wegen Rufschädigung beantragen. Außerdem werde eine Schadenersatzklage vorbereitet, hieß es aus dem Unternehmen. (ut/dpa)

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