Welt : Mysteriöser Absturz in Moskau

Zwei weitere Flugunglücke in der Ukraine und Russland

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Von Elke Windisch, Moskau

Genau einen Tag nach der Katastrophe bei der Flugschau im ukrainischen Lwiw wurden zwei weitere Abstürze gemeldet. In der Ukraine stürzte eine Suchoi SU 25 nach dem Start aus ungeklärten Gründen ab. Der Pilot kam ums Leben.

In Moskau stürzte eine Passagiermaschine, die unerklärlicherweise als Frachtmaschine benutzt wurde, nach dem Start ab. Mindestens 14 Menschen starben. Die Ursache des Ansturzes ist unbekannt. Das Unglück ereignete sich auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo-1, wo vor allem Maschinen aus den GUS-Staaten sowie russische Flugzeuge zu Langstreckenflügen starten. Nach vorläufigen Angaben kamen bei dem Unglück mindestens 14 Menschen ums Leben.

Die Maschine vom Typ IL-85 war, wie ein Reporter des russischen Privatsenders NTW vom Ort der Katastrophe berichtete, „ungewöhnlich steil“ gestartet, um nach wenigen Sekunden ebenso senkrecht in einem Waldstück, knapp dreihundert Meter von der Landebahn entfernt, niederzugehen. Beim Aufprall explodierten die vollen Benzintanks, das Flugzeug ging augenblicklich in Flammen auf, die wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit schnell auch auf den Wald übergriffen.

Daher sind weitere Opfer nicht auszuschließen. Die Gegend um Scheremetjewo im Nordwesten der russischen Hauptstadt gehört zu den so genannten „ökologisch sauberen“ Stadtbezirken, wo viele Hauptstädter ein Wochenendgrundstück haben. Die Moskwa verzweigt sich dort auch in mehrere Arme, die reizvolle Inseln bilden, und zieht an arbeitsfreien Tagen daher Tausende Badelustige an.

Die Unglücksmaschine gehörte der Airline „Pulkowskije Avialinii“ aus St. Petersburg und wird für stark frequentierte Ziele im Mittel- und Langstreckenbereich eingesetzt. Mit Maschinen dieses Typs Fracht zu befördern, gilt als außerordentlich unwirtschaftlich.

Merkwürdig ist zudem, dass bisher weder Angaben zum Flugziel noch zur Fracht vorliegen. Was wurde transportiert? Die sonst sehr spekulierfreudigen russischen Medien wagten hierzu bisher nicht einmal Vermutungen.

Damit sind die Merkwürdigkeiten jedoch noch nicht erschöpft: Sowohl die Nachrichtenagentur Interfax als auch das hiesige Fernsehen sprachen von mehreren Flugbegleitern, die sich zusammen mit den Besitzern der Ladung an Bord befunden haben sollen.

Auch dies ist ein Luxus, auf den bei Frachtflügen gewöhnlich verzichtet wird.

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