Welt : Mythos ade: Die Pinguine fallen doch nicht um

Hendrik Bebber

Die Tierwelt ist um einen Mythos ärmer: Britische Wissenschaftler widerlegten die Behauptung, dass Pinguine beim Beobachten von Flugzeugen auf den Rücken fallen. Piloten der Königlichen Luftwaffe hatten Stein und Bein geschworen, dass beim Überfliegen der Kolonien im Falklandkrieg ganze Pinguinscharen umpurzelten. Die Vögel bögen beim Verfolgen der Maschinen den Hals soweit zurück, dass sie das Gleichgewicht verlören und umfielen. Die "Britische Antarktis Forschungsgesellschaft" entsandte deswegen eine Expedition auf die entlegene Insel Süd Georgien, um die Ursache für diesen seltsamen Umfall zu ergründen. Nach fünfwöchigen Experimenten, bei denen Hubschrauber von einem Eisbrecher eingesetzt wurden, meldeten die Forscher Fehlanzeige. Obwohl die Helikopter aus wechselnden Richtungen und in verschiedenen Höhen über die Pinguine knatterten, fiel kein einziger Königspinguin um. "Beim Anflug der Helikopter wurden die Vögel lediglich still. Pinguine, die nicht mit der Brutpflege beschäftigt waren, entfernten sich lediglich von der Quelle des Lärms," berichtete Expeditionsleiter Dr. Richard Stone. Den Wissenschaftlern ging es bei ihren Experimenten nicht nur um die Legende, sondern um die Sorge, ob der zunehmende Fluglärm über der Antarktis brütende Pinguinweibchen von den Eiern vertreibt. Sie kamen zu dem Schluss, dass Flüge in über 300 Metern Höhe, nur einen "minimalen und vorrübergehenden ökologischen Effekt hat." Die Lösung des Pinguinrätsels kostete über eine Million Mark.

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