Nach 5 Jahrzehnten Embargo : Frachtschiff aus den USA erreicht Kuba

Zum ersten Mal seit 50 Jahren erreicht ein Frachtschiff aus den USA den Hafen von Havanna. 16 Stunden war die "Ana Cecilia" unterwegs, sie bringt Hilfsgüter nach Kuba. Das Schiff hat eine Sondergenehmigung - das Embargo aus dem Jahr 1962 ist damit nicht aufgehoben.

Nachbarschaftshilfe. Das Frachtschiff „Ana Cecilia“ bringt Hilfsgüter von Wohltätigkeits- und Hilfsorganisationen sowie religiösen Gruppen. Auch Kubaner, die in den USA arbeiten, schicken ihren Familien materielle Unterstützung.
Nachbarschaftshilfe. Das Frachtschiff „Ana Cecilia“ bringt Hilfsgüter von Wohltätigkeits- und Hilfsorganisationen sowie...Foto: dapd

Erstmals seit der Verhängung des US-Embargos gegen Kuba vor 50 Jahren ist eine regelmäßige Schiffsverbindung zum Transport von US-Hilfsgütern für den Inselstaat eingerichtet worden. Als erstes traf am Freitag das in Miami gestartete Frachtschiff „Ana Cecilia“ im Hafen der kubanischen Hauptstadt Havanna ein. Nach Angaben der "International Port Corp", die den Transport abwickelte, soll von nun an wöchentlich ein Containerschiff von Miami nach Havanna verkehren.

Die Hilfsgüter stammen von Wohltätigkeits- und Hilfsorganisationen, religiösen Gruppen sowie von Kubanern, die in den USA leben, wie ein Sprecher des Transportunternehmens sagte. Die "International Port Corp" habe eine Sondergenehmigung für den Transport der Güter erhalten und verletze damit nicht gegen das Embargo, das US-Präsident John F. Kennedy 1962 gegen den kommunistischen Inselstaat verhängte.

Die „Ana Cecilia“ hätte ursprünglich bereits am Donnerstag in Havanna eintreffen sollen, die Ankunft verzögerte sich nach Angaben des Unternehmenssprechers aber wegen „bürokratischer Probleme“. Es seien Formulare falsch ausgefüllt worden, einen politischen Hintergrund habe die 24-stündige Verzögerung nicht. Das US-Embargo gegen Kuba wird seit 1992 Jahr für Jahr von der UN-Vollversammlung in New York mit überwältigender Mehrheit verurteilt. Im vergangenen Jahr stimmten 186 von 193 Staaten für eine entsprechende Resolution. (AFP)

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