• Nach dem Polizisten-Mord: Öfter mit gezogener Waffe - Beamte sollen härter auftreten

Welt : Nach dem Polizisten-Mord: Öfter mit gezogener Waffe - Beamte sollen härter auftreten

Nach dem vierten Polizistenmord innerhalb von acht Tagen fordern Politiker und Polizeigewerkschaften ein schärferes Auftreten von Beamten und bessere Maßnahmen zu ihrem Schutz. Die Bürger müssten sich wohl daran gewöhnen, dass sie öfter einem Beamten mit gezogener Waffe begegneten, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch einem Frankfurter Radiosender am Freitag. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Gerhard Vogler, verlangte eine strengere Bestrafung bei Angriffen auf Polizeibeamte.

In dem südhessischen Städtchen Niederwalluf war für Freitagmittag eine Kranzniederlegung an dem Ort geplant, wo ein 25-jähriger Türke am Donnerstag einen 32 Jahre alten Polizeibeamten erschossen und dessen 43 Jahre alten Kollegen schwer verletzt hatte. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Mordes gegen den ebenfalls schwer verletzten Todesschützen.

Der schwer verletzte Polizist, der einen Bauchschuss erlitten hatte, ist auf dem Weg der Besserung. Falls es keine Komplikationen gebe, könne der Beamte eventuell schon in einigen Wochen wieder im Dienst sein, teilte ein Polizeisprecher in Wiesbaden mit. Der Täter sei ebenfalls außer Lebensgefahr. Das Motiv des in Frankfurt lebenden Türken ist weiterhin unklar. Der 25-Jährige sei noch nicht vernehmungsfähig, erklärte ein Polizeisprecher.

Als "erschreckende Häufung", aber noch keinen Trend, wertet der stellvertretende Präsident der Polizei-Führungsakademie (PFA) in Münster, Wolfgang Birkenstock, die jüngsten Todesfälle. In den vergangenen drei Jahren waren laut Statistik jeweils ein oder zwei Beamte "durch Rechtsbrecher tödlich verletzt" worden, sagte er.

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