Nach dem Schneechaos : Der Winter wird noch zur Pracht

Nach den heftigen Schneefällen werden sonniges Wetter und traumhafte Pistenverhältnisse angekündigt.

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Traumhafte Alpenlandschaft. Ski-Glider am Aletsch-Gletscher.
Traumhafte Alpenlandschaft. Ski-Glider am Aletsch-Gletscher.Foto: dpa

Das Wetter teilt Deutschland derzeit auf extreme Weise. In weiten Teilen Deutschlands ist es dauerhaft nass, schmuddelig, grau und mild. Nur am südlichsten Alpenrand erhebt sich oben eine ganz eigene traumhafte weiße Schnee-Glitzerwelt.

Nach dem Schneechaos in Österreich mit gesperrten Passstraßen und eingeschneiten Urlaubsorten freuen sich Einwohner und Wintersportler überall in den Alpen über ideale Bedingungen, die bald herrschen sollen. Andreas Steibl vom Tourismusamt Ischgl sagt: „Wir gehen auf eine Schönwetterperiode zu.“ Alle Lifte und Abfahrten in der auf 1377 Meter Höhe gelegenen Tiroler Gemeinde seien geöffnet. „Wenn ich aus dem Fenster schaue, dann sehe ich Urlaubsbetrieb“, erzählt Steibl. Er freue sich darauf, dass demnächst die Sonne herauskommen soll. Die Silvrettastraße allerdings, die B 188, die Ischgl und den Nachbarort Galtür mit der Außenwelt verbindet, blieb noch gesperrt. „Eine Sicherheitsmaßnahme wegen der Lawinengefahr“, sagt Steibl.

Hatte es noch am Wochenende besonders Vorarlberg heftig erwischt, so normalisiert sich nun die Lage dort und auch in den anderen Gebieten. Die gesamte Vorarlberger Region war wegen der Schneemengen nicht mehr erreichbar gewesen, am Dienstag jedoch konnten alle Straßen wieder geöffnet werden. Der Sturm „Andrea“ hatte Bäume zum Einknicken gebracht, die kurzfristig auch die Zufahrt zu dem für den Verkehr wichtigen Vorarlberg-Tunnel blockiert hatten. Binnen weniger Tage fielen teilweise bis zu drei Meter Neuschnee, zeitweise saßen 15 000 Urlauber und Einheimische fest. Laut der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie hat es an einigen Orten so viel geschneit wie noch nie in einem Januar-Monat seit 30 Jahren. In Galtür etwa liegen derzeit 190 Zentimeter Schnee, der Rekord aus dem Jahr 1951 beträgt 195 Zentimeter. Die Zentralanstalt spricht von „extremen Schneemengen“.

Vor allem die Lawinengefahr ist weiterhin groß. Der bayerische Lawinenwarndienst hat für den gestrigen Tag die Gefahrenstufe 4 ausgegeben, 5 wäre die allerhöchste Stufe. In Bayern bestehe entlang der gesamten Alpenkette vom Allgäu bis ins Werdenfelser Land sowie bei Berchtesgaden unterhalb von 1800 Metern eine große, oberhalb 1800 Metern eine erhebliche Lawinengefahr. Denn mit dem Temperaturanstieg kommt „Bewegung in die Schneedecke“. Wintersportler werden dringend davor gewarnt, Abstecher außerhalb der präparierten Pisten zu unternehmen. Schon ein einzelner Skifahrer könne eine Lawine auslösen.

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