Welt : Nach dem Sommer kommt der Winter

Kälteeinbruch in Deutschland / Auch Fußballer werden krank

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Deutschland wird Weltmeister. Der Wintereinbruch in Deutschland hat bei der Fußballmannschaft von Ecuador eine Erkältungswelle ausgelöst. „Trainer Luis Suárez und fast alle Spieler hat es erwischt“, sagte Teamsprecher Victor Mestanza der dpa. Ecuador spielt in der gleichen Vorrundengruppe wie Deutschland.

Vielleicht werden die anderen Mannschaften auch noch krank. Die Chancen dafür stehen gut. Das Wetter soll wechselhaft bleiben und immer wieder Schauer bringen, sagen die Meteorologen übereinstimmend. Zwar sind Prognosen für mehr als fünf Tage im Voraus nur schwer möglich, doch gibt es derzeit keine Hinweise, dass sich die derzeitige Wetterlage grundlegend ändern wird.

Der Deutsche Wetterdienst will erst am heutigen Donnerstag seine Prognose für die WM abgeben. Konkurrent Jörg Kachelmann war gestern schneller: Für das Eröffnungsspiel am 9. Juni sagte er gegenüber dpa eher trübes Wetter voraus: „Es sieht nicht nach brüllendem Sommer aus.“ Nach den jüngsten Computerberechnungen, die allerdings noch sehr unsicher seien, könnten die Temperaturen etwa 20 Grad erreichen. Außerdem gebe es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Regen.

Das Halbfinale in München wird den Meteomedia-Berechnungen zufolge am statistisch nassesten Tag ausgetragen. Am 5. Juli habe es in den vergangenen zehn Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt durchschnittlich knapp 7,2 Liter pro Quadratmeter geregnet. Regen kann den Vorteil spielerisch überlegener Mannschaften ausgleichen. Somit hätte Deutschland sogar gegen Brasilien eine Chance. Wenn dann noch gegen England brüllende Hitze herrscht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ob wirklich regnerisches „Fritz-Walter-Wetter“ herrschen wird wie beim „Wunder von Bern“ 1954, ist aber noch nicht ausgemacht. Und bis die Ecuadorianer auf ernsthafte Gegner stoßen, können sie wieder gesund werden und sind dann abgehärtet.

Heute erlebt Deutschland den kältesten Tag des derzeitigen Wintereinbruchs, sagt der Meteorologe Hans-Joachim Knußmann von meteoXpress. Anschließend soll es etwas milder werden. „Auch die Niederschlagstätigkeit lässt etwas nach“, sagt Knußmann. Doch über 19 Grad wird die Temperatur am Pfingstwochenende nicht steigen. Außerdem muss immer wieder mit vereinzelten Schauern gerechnet werden. Grund für die Unbeständigkeit ist eine Wetterlage, bei der sich ein Hoch westlich von Irland festgesetzt hat. Gleichzeitig gibt es ein Hoch über Nordosteuropa. Dazwischen kommt auf kurzem Weg polare Luft aus dem Norden nach Deutschland. Das wird sich ein wenig ändern, aber die grundlegende Unbeständigkeit bleibt.

Dass es Ende Mai kalt wird, ist übrigens nicht ungewöhnlich. Erst letztes Jahr war es so. Am 25. Mai gab es noch um die 30 Grad, dann wurde es kalt und in 1000 Metern Höhe schneite es.

Schon vergessen? Vergesslichkeit ist doch etwas Gutes. os

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