Nach dem Sturm : Ohne Strom, ohne Bahn

Die Auswirkungen des heftigen Sturmtiefs „Xavier“ haben Bahnreisenden am Freitag schwere Probleme bereitet. Die Bundesregierung dankt allen Helfern.

Drei beim Sturm Xavier umgestürzte Bäume liegen an einer Straße bei Rautenberg im Landkreis Hildesheim.
Drei beim Sturm Xavier umgestürzte Bäume liegen an einer Straße bei Rautenberg im Landkreis Hildesheim.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Bahnverkehr war auch am Tag nach dem Unwetter mit mehreren Toten massiv gestört. Im Norden und Osten Deutschlands blieben die wichtigsten Fernverkehrsstrecken am Vormittag noch gesperrt, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Sieben Menschen hatte der Sturm am Donnerstag das Leben gekostet. Ein weiterer Mann starb nach NDR-Informationen in Mecklenburg-Vorpommern an einem Herzinfarkt, als ein Baum vor seinem Auto auf die Straße stürzte – unklar blieb, ob ein Zusammenhang mit „Xavier“ besteht. Am Wochenende kann es im Nordosten entlang der Küsten und im Bergland erneut stürmische Böen geben.

Dank an die Rettungskräfte

Die Bundesregierung würdigte am Freitag den großen Einsatz der Rettungskräfte. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer dankte in Berlin allen, „die in den Stunden des Orkans hart daran gearbeitet haben, die Verkehrsverbindungen aufrechtzuerhalten und Menschen zu helfen, die in Not geraten sind“. Betroffen äußerte sie sich über die hohe Zahl der Todesopfer: „Natürlich denken wir in diesen Stunden an die sieben Menschen, die auf tragische Weise in dem Orkan ihr Leben verloren haben, und an die Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.“

„Xavier“ war am Donnerstag vor allem über den Norden und Osten hinweggefegt. Besonders schwer betroffen von dem Unwetter und den Folgen mit umgestürzten Bäumen waren Berlin, Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Vier Tote gab es allein in Brandenburg, weitere drei Menschen starben in Berlin, Hamburg und bei Schwerin.

Der Sturm legte am Donnerstag den Fernverkehr lahm, tausende Reisende strandeten in Bahnhöfen. Die Bahntrassen würden derzeit mit Hubschraubern abgeflogen, um festzustellen, wo der Sturm Schäden angerichtet hat, sagte eine Sprecherin am Freitag. Außerdem seien überall fahrbare Hebebühnen unterwegs, um heruntergerissene Oberleitungen wieder instandzusetzen.

Bahnreisende strandeten auf der Strecke

Die Nacht verbrachten viele Gestrandete in Hotels oder in einigen von der Bahn bereitgestellten Zügen. So standen zum Beispiel drei Übernachtungszüge in Kassel-Wilhelmshöhe, wo rund 1000 Reisende hängen blieben. Außerdem gab es sogenannte Hotelzüge auch in Berlin sowie an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover. Allein in Minden mussten 470 Fahrgäste die Nacht in mehreren Zügen am Bahnhof verbringen.

Mancherorts fiel der Strom aus. Am Freitagmorgen waren in Westmecklenburg noch immer 10000 Kunden ohne Strom. Am Donnerstag waren es zeitweise sogar 35000 Menschen.

In Mecklenburg-Vorpommern blieb der größte Landschaftspark gesperrt, der Schlosspark Ludwigslust. „Xavier“ habe zahlreiche Bäume entwurzelt, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs für Bau und Liegenschaften am Freitag. Die Schäden müssten erst beseitigt werden. In Sachsen warnte die staatliche Forstverwaltung vor dem Betreten der Wälder. „Der Aufenthalt kann lebensgefährlich sein“, sagte ein Sprecher.

Die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst rechneten für das Wochenende mit Schauern und einzelnen Gewitter. Am Freitag warnten sie vor stürmischen Böen vor allem an der Nordsee und im Bergland. (dpa)

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