Welt : Nach den großen Ferien: Es war so schön ... am Monte Epomeo

Lothar Heinke

Buon giorno, was soll ich denn nun erzählen? Was war Höhepunkt von die Reise nach Ischia in sonnenüberströmtes Italien? "Iskia" spricht man das, hat also nix mit Ischias und seinem Nerv zu tun. Obwohl: Überall fließen warme Thermalquellen und laden zu heilenden Bädern, nirgendwo auf der Welt gibt es wohl auf einem kleinen Inselchen so viel veredeltes Wasser wie hier im Golf von Neapel. Jedes Hotel hat seinen Thermal-Pool, in den die vom Dolce far niente erhitzten Körper schlüpfen, um sich in die 30 Grad zu kuscheln, bis irgendwo am Beckenrand ein Handy klingelt und Señora flugs das Gerät aus der Strandtasche fummelt, um im Pool voller Göttertränen unüberhörbar und unter großer Anteilnahme der Poolisten ins Laue und Blaue zu plauschen: Handys sind die große Leidenschaft der Italiener - beim Capuccino und Macchiato dürfen, ja, müssen die kleinen Schwarzen ebenso dabei sein wie abends auf der Via Roma oder beim Flanieren zwischen Corso und Via Pontano.

Aber ich wollte Ihnen schnell vom Höhepunkt erzählen - dem Monte Epomeo. Der höchste Berg steht wie ein Pickel mitten auf der Insel, ist 789 Meter hoch und soll unbedingt bestiegen werden. Man braucht keine Ausrüstung, nicht einmal Bergschuhe, "etwa die erste Hälfte der Strecke führt über einen asphaltierten Weg, der später in einen unbefestigten, stark ausgetretenen Eselspfad übergeht", steht im Prospekt. Was nicht drin steht ist, dass bei 40 Grad Hitze das Herz rast und das Gehirn schmilzt und wegfließt, die 789 Meter sind plötzlich der italienische Mount Everest, nur wärmer. Jetzt ein Taxi! Oder ein Bier! O mamma mia, wenigstens einen Spazierstock! Aber nicht einmal ein Esel kommt vorbei, also besinnt sich der Mensch auf seine neue Kraft und keucht sich auf den Gipfel: Ach, welch ein Sieg! Dieser Ausblick! Überall Natur! Castello Aragonese! Napoli! Vesuvo! Capri! Golfo! Und ganz nah, Restorante mit kaltem Pellegrino und warmen Coniglio alla cacciatore, das sind Wildkaninchen, Ischias Nationalgericht.

Addio! Arrivederci! Bis zum nächsten Jahr bei 40 Grad, wenn es wieder heißt: Auf zum Monte Epomeo. Dann aber verschärft. Vor Tau und Tag. Einen Sonnenaufgang gucken ...

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