Nach der Abdankung von Juan Carlos : Kann Felipe die Monarchie retten?

Nach der Abdankung von König Juan Carlos von Spanien stellt sich die Frage, ob sein Sohn Felipe die schwer angeschlagene Monarchie retten kann. Bisher ging er sehr geschickt vor.

Ralph Schulze
Vater und Sohn.
Vater und Sohn.Foto: dpa

„Thronfolger zu sein, bedeutet nicht zu warten“, sagte Spaniens Kronprinz Felipe einmal. „Sondern sich darauf vorzubereiten, irgendwann König zu sein.“ Felipe, der 46 Jahre alt ist, wurde praktisch seit seiner Geburt mit einer Eliteausbildung dafür präpariert, Spaniens König und damit Staatsoberhaupt zu werden. Er gilt nahezu als der perfekte Prinz: diplomatisch und sympathisch. Weibliche Fans rufen ihm auf der Straße sogar das Kompliment „guapo“ (Hübscher) zu.

 Nun, nachdem sein 76-jähriger Vater Juan Carlos die Abdankung ankündigte, ist der große Augenblick für den Kronerben gekommen: Felipes größte Herausforderung als Spaniens neuer König wird dann sein, Spaniens wankende Monarchie vor dem weiteren Absturz und vielleicht sogar Untergang zu retten. Er gilt als Hoffnungsträger der Monarchisten.

Felipe vertritt schon seit längerem immer wieder seinen Vater Juan Carlos

Mangel an Erfahrung hat Felipe, der mit seinen 1,97 Metern übrigens der größte Thronfolger der Welt ist, sicherlich nicht. Er vertritt als „Vizekönig“ schon länger seinen schwächelnden Vater. Und er hat sich bei offiziellen Anlässen in der Nation wie im Ausland Ansehen und Achtung erworben. Die Hofexperten bescheinigen, dass er seine lange Prüfungstrecke als „Königslehrling“ mit Bravour bestand.

 Gerade erst, am 22. Mai 2014, feierte Felipe seine „Rosenhochzeit“ mit der bürgerlichen Fernsehjournalistin Letizia (41), die er vor zehn Jahre geheiratet hatte. Vor allem dem Einfluss der bodenständigen Letizia wird zugeschrieben, dass der Adelsspross, der früher als steif und verwöhnt galt, heute sehr viel lockerer und volksnäher auftritt.

Drei Generationen. König Juan Carlos mit seinem Sohn Felipe und seiner Tochter Leonor.
Drei Generationen. König Juan Carlos mit seinem Sohn Felipe und seiner Tochter Leonor.Foto: dpa

Prinzessin Letizia holte Felipe in die Wirklichkeit zurück

„Die Prinzessin“, berichtet man am Hofe, „hat Felipe in die Wirklichkeit zurückgeholt.“ Felipe wirke ausgeglichener und offener als je zuvor, wird gelobt. Letizia korrigiert angeblich sogar Felipes Redemanuskripte und soll die Hosen in der Ehe anhaben.

 Schon bei der gemeinsamen Hochzeitsankündigung vor über einem Jahrzehnt ließ Letizia durchblicken, dass sie eine ziemlich emanzipierte Frau ist: Sie fuhr Felipe mit dem legendären Satz „Lass mich mal ausreden“ über den Mund, als dieser sie unterbrechen wollte.  

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