• Nach der Katastrophe vom Bodensee wollen Hinterbliebene klagen Russische Angehörige wenden sich an den Europäischen Gerichtshof

Welt : Nach der Katastrophe vom Bodensee wollen Hinterbliebene klagen Russische Angehörige wenden sich an den Europäischen Gerichtshof

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Moskau/Überlingen (dpa). Die Hinterbliebenen der russischen Opfer des Flugzeug-Zusammenstoßes über dem Bodensee wollen vor dem Europäischen Gerichtshof auf Schadenersatz klagen. Sobald der offizielle Abschlussbericht der Untersuchungskommission bekannt werde, würden entsprechende Schritte eingeleitet, teilte die Juristin Julia Fedotowa am Samstag in der Stadt Ufa nach Angaben der Agentur Interfax mit. Unter den mehr als 50 getöteten Kindern an Bord der Tupolew-154, die auf dem Flug von Moskau nach Barcelona bei Überlingen mit einer Fracht-Boeing kollidierte, war auch Fedotowas 15-jährige Tochter. Insgesamt kamen 71 Menschen ums Leben.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) in Braunschweig hatte am vergangenen Montag angekündigt, mit einem Abschlussbericht zur Flugzeugkatastrophe sei allerdings nicht vor Mitte 2003 zu rechnen. Fest steht bislang, dass der Schweizer Fluglotse wenige Sekunden vor der Kollision Anweisungen ohne Adresscode herausgab. Die Piloten hätten nach Auskunft der Bfu nicht gewusst, wer gemeint gewesen sei. Es sei aber fraglich, ob das Unglück zu diesem Zeitpunkt durch eine korrekte Adressierung überhaupt noch zu vermeiden gewesen wäre, sagte Bfu-Sprecher Frank Göldner.

Dem internationalen Untersuchungsgremium gehören neben deutschen Experten auch Delegationen aus Russland, den USA, Bahrain und der Schweiz an. Die Schweizer Flugsicherung skyguide war für die Unglücksmaschinen zuständig; das Frachtflugzeug war in den USA hergestellt worden und in Bahrain registriert. Die betroffene russische Fluglinie „Bashkirian Airlines“ hatte Mitte August einen Schaden von 51 Millionen Euro geltend gemacht. Sie fordert Schadenersatz von skyguide.

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